Großbrand nahe Pradomuseum schockte Madrid

19. Juli 2004, 09:54
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Hunderte Haushalte weiter ohne Strom - Gebäude brannte zur Ruine - Angrenzende Wohnhäuser müssen abgerissen werden

Madrid - Einen Tag nach dem Großbrand im Zentrum Madrids sind am Freitag immer noch mehrere hundert Haushalte ohne Strom gewesen. Es werde noch einige Zeit dauern, bis sich die Lage wieder normalisiert, teilte ein Sprecher des Elektrizitätswerkes in der spanischen Hauptstadt mit.

Angrenzende Wohnhäuser müssen abgerissen werden

Die Feuerwehr werde noch mehrere Tage mit den Aufräumarbeiten beschäftigt sein. Das Umspannwerk, in dem der Brand ausgebrochen war, sowie zwei angrenzende Wohnhäuser müssten wegen der großen Gebäudeschäden vermutlich abgerissen werden, hieß es. Ursache des Unglücks sei die Explosion eines neuen Transformators gewesen, der nur wenige Stunden zuvor in Betrieb genommen worden sei.

Zehntausend Litern Öl nicht abgepumpt

Der Brand konnte erst nach sieben Stunden gelöscht werden. Aus dem Umspannwerk stieg aber auch am Freitag noch Rauch auf. Sorge bereitete der Feuerwehr ein Tank mit zehntausenden Litern Öl, das zur Kühlung der Transformatoren benutzt wird. Sollte das Feuer wieder aufflammen, sei der Behälter eine große Gefahr. Es sei bisher nicht möglich gewesen, das stark erhitzte Öl abzupumpen. Anwohner kritisierten derweil, dass sich nur wenige Meter von dem Umspannwerk entfernt eine Tankstelle befindet. Zeitweise war am Donnerstag befürchtet worden, das Feuer könne auf diese übergreifen.

Ein Dutzend Menschen verletzt

Bei dem Brand waren ein Dutzend Menschen verletzt worden. Die meisten von ihnen erlitten Rauchvergiftungen. Das Feuer hatte die Bevölkerung in Panik versetzt, weil sich viele an die Terroranschläge vom 11. März mit 191 Todesopfern erinnert fühlten. Insgesamt wurden 40 Gebäude in Mitleidenschaft gezogen. Der Sachschaden geht in die Millionen. Viele Betroffene werden erst in einigen Tagen in ihre Wohnungen zurückkehren können. Die Polizei leitete Ermittlungen ein.

Ein weiterer Stromausfall legte am Freitag stundenlang die spanische Nordafrika-Exklave Melilla (65.000 Einwohner) lahm. Krankenhäuser, Unternehmen, Geschäfte und private Haushalte waren gleichermaßen betroffen, teilten die Behörden mit. Der Autoverkehr sei völlig zusammengebrochen. Ursache sei möglicherweise eine Überlastung des Netzes gewesen. (APA)

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