Teuerer Schluck aus dem Wasserhahn

28. Juli 2004, 09:08
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Preis differiert landesweit um bis das Achtfache - Zehn Prozent der Haushalte hängen an wenig kontrollierten Privatbrunnen

Der Preis eines Schlucks aus dem Wasserhahn differiert landesweit um bis das Achtfache, kritisiert die Aknö. Zehn Prozent der Haushalte hängen an wenig kontrollierten Privatbrunnen.

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Wien - Trinkwasser ist nicht gleich Trinkwasser, zumindest was die Preise betrifft. In Niederösterreich herrschen teils enorme Unterschiede bei den Gebühren für die öffentliche Wasserversorgung. Im günstigsten Fall zahlt man im Bundesland für einen durchschnittlichen Jahresverbrauch von 150 Kubikmetern 44,94 Euro, die höchste Gebühr betrug 392,70 Euro.

So lauten die Ergebnisse einer Trinkwasserstudie der Arbeiterkammer Niederösterreich (Aknö), die am Donnerstag in Wien präsentiert wurde. Die Erhebung fand von Sommer 2003 bis zum Frühjahr 2004 mittels Fragebögen statt, die an die Gemeinden gesandt wurden, 72,5 Prozent der niederösterreichischen Gemeinden wurden dabei erfasst.

Gründe für die großen Preisunterschiede

Die Gründe für die großen Preisunterschiede bei Trinkwasser sehen die Studienautoren im Alter der Versorgungsanlagen und in allfälligen Instandhaltungskosten. Die Kosten in die Höhe treiben können aber auch schwierige Bedingungen beim Bau der Anlage. Weiters gebe es nicht überall Wasser in ausreichender Qualität, was den Einsatz von Misch- und Aufbereitungsanlagen erfordere, so die Aknö-Studie. Die Arbeiterkammer tritt dafür ein, dass die Entscheidungskompetenzen - also welche Verbände oder Unternehmen die Dienstleistungen zur Verfügung stellen - bei den Gemeinden bleiben.

Brunnen-Scharlatane

Schwerpunkt der Untersuchung waren nicht nur die Wassergebühren, es wurden auch jene Haushalte erhoben, deren Wasserversorgung ausschließlich über einen Hausbrunnen erfolgt. Das Ergebnis: 10,4 Prozent der niederösterreichischen Haushalte sind trinkwassertechnisch Selbstversorger. Die Arbeiterkammer fordert das Land auf, sich verstärkt um die Qualität von Hausbrunnen zu kümmern. Immer wieder träten dubiose Firmen auf, die das Wasser "mit Energie anreichern" oder überteuerte Qualitätsnachweise ausstellten. (red, DER STANDARD Printausgabe 16.7.2004)

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