Nach "Pflegeskandal": Neue Leitung für Pflegeheime der Stadt

16. Juli 2004, 23:22
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Für Renate Brauner ist für Strukturreformen mehr Geld notwendig

Wien - Nach dem "Pflegeskandal" und der daraufhin eingesetzten Untersuchungskommission, hat Renate Brauner (SP) Anfang Juli das Gesundheitsressort übernommen. Sie erklärte nun, dass es im Krankenanstaltenverbund (KAV) zu einer Strukturreform kommen müsse und bekräftige Pläne, die städtischen Pflegeheime unter eine eigene Leitung im KAV stellen zu wollen. Damit könne eine klarere Struktur der Verantwortung erreicht werden.

Im vom Lainzer "Pflegeskandal" betroffenen Geriatriezentrum "Am Wienerwald" soll in diesem Zusammenhang die bisherige "kollegiale Führung" abgeschafft werden. Das Gremium zur Leitung des Heimes hat sich im Fall Lainz als ineffizient erwiesen, lautet die Kritik. Niemand übernahm Verantwortung für eine unzureichend gepflegte Patientin und einen Toten am Dachboden.

Brauner kündigte weitere Schritte an, große Pflegeheime zu verkleinern. Warum das bisher nicht geschehen sei, wo es seit Jahren Kritik gibt? "Veränderungen von sich aus erfolgen eher selten, es bedarf eines kräftigen Anstoßes." Und man brauche mehr Geld. VP und FP fordern abermals die von Bürgermeister Michael Häupl angekündigte Pflegemilliarde ein. (APA, aw; DER STANDARD Printausgabe 16.7.2004)

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