Causa Krenn führt zu Austritten

27. Juli 2004, 19:45
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Bestürzung und Beschwerden - Rund 360 Austritte gäbe es bis dato - mit Grafik

"Ich hoffe auf rasche und keine Fragen offen lassende Entscheidungen." Mit dem Kärntner Diözesanbischof Alois Schwarz hat sich am Donnerstag erneut ein österreichischer Bischof zu Wort gemeldet, der sich gegen die Vorkommnisse in der Diözese St. Pölten wendet.

Rücktrittsforderungen

Er sei "bestürzt über die geschilderten Vorgänge im Priesterseminar", erklärte Schwarz. Dadurch würden der Kirche und insbesondere auch dem Bischofsamt großer Schaden zugefügt. Was in St. Pölten passiert sei, das sei für ein jedes Priesterseminar völlig inakzeptabel. "Menschen, die für die Seelsorge vorbereitet werden, brauchen ein hohes moralisches Niveau", betonte der Bischof.

Die Plattform "Wir sind Kirche" forderte indes den Rücktritt des St. Pöltner Diözesanbischofs Kurt Krenn. Die Diözese sei "praktisch führungslos und gespalten".

Gästebuch auf Homepage gesperrt

Das Gästebuch auf der Homepage von St. Pöltens Diözesanbischof Kurt Krenn (Homepage Kurt Krenn) kann ab sofort übrigens nicht mehr für alle User einsehbar befüllt werden. Der Moderator des Gästebuches teilte am Donnerstag um 13.22 Uhr mit: "Bis auf weiteres werden keine Gästebucheinträge mehr freigeschaltet. Wir bitten um Verständnis!" Die zuvor noch veröffentlichten Beiträge spiegeln die Kritik und das Unverständnis vieler an den aktuellen Vorgängen am Priesterseminar St. Pölten wider.

Reaktionen anderer Art erhält auch die Abteilung Kirchenbeitrag in der Finanzkammer der Erzdiözese Wien. Katholiken hätten sich dort in den letzten Tagen vermehrt beschwert und mit Kirchenaustritten gedroht. Rund 360 Austritte gäbe es bis dato, dies entspreche aber noch dem Jahresschnitt, heißt es im zuständigen Magistrat. (APA, pm, DER STANDARD Printausgabe 16.7.2004)

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    Austritte aus der katholischen Kirche

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