Tolles Storchenjahr

23. Juli 2004, 11:54
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In Marchegg gibt es heuer 96 Jungvögel - ein ausgezeichneter Bruterfolg, doch der Trasit in der Natur­landschaft nimmt zu

Marchegg – Ein überaus erfreuliches Jahr ist 2004 für die Störche in Marchegg. Insgesamt wurden bereits 96 Jungvögel im WWF-Naturreservat gesichtet. "Die Jungen sind für ihr Alter schon sehr groß – ein ausgezeichneter Bruterfolg", ist WWF-Auenökologe Ulrich Eichelmann begeistert. Er kennt auch den Grund für die überdurchschnittlichen Nachwuchs: "Dieses Jahr gab es immer genug Nahrung für die jungen Störche."

Was dem Vogelexperten noch aufgefallen ist: "Die Störche nisten fast ausschließlich in den Horsten der Marchegger Storchenkolonie – was bedeutet, dass die Streuung der Horste im Vergleich zu früher abgenommen hat, weil die Marchegger Horste sicherer und attraktiver sind." Bis vor einigen Jahren gab es von Marchegg bis Zwerndorf einen größeren Verbreitungsradius von besetzten Horsten.

Den klappernden Langstreckenfliegern steht auch bald ganz besonderer Besuch ins Haus bzw. in den Horst: Ein Kamerateam der Fernsehserie "Universum" hat sich angesagt, um das Leben von Meister Adebar und seiner Gefolgschaft in gewohnt eindrucksvollen Bildern zu dokumentieren. Der Film wird voraussichtlich im Frühling 2005 ausgestrahlt.

Weniger Brutpaare

Die hohe Zahl an Jungstörchen ist laut Eichelmann umso erstaunlicher, weil sich im Vergleich zu den vergangenen fünf Jahren heuer weniger Brutpaare in den Baumkronen der uralten Eichen zur Familiengründung niedergelassen hatten. "Wenn Junge im Horst sind, dann sind es zumeist drei, wenn nicht gar vier." Zudem sind die Jungen gut ernährt, was vor allem daran liegt, dass die March im April Hochwasser geführt hat und daher ausreichend Nahrung für die Störche vorhanden war.

Transitgebiet in Sicht

Doch ausschließlich Jubel gibt es bei Eichelmann nicht: "Die einzigartige Natur- und Kulturlandschaft zwischen Wien und Bratislava droht zu einem Transitgebiet zu verkommen", warnt der Auen-Ökologe eindringlich. Der WWF fordert daher eine grenzüberschreitende strategische Umweltplanung (SUP) für den gesamten Raum, damit funktionierende Öko- und Flusssysteme für die Störche erhalten werden können. (Apa)

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WWF

Mit einer Reihe von Veranstaltungen macht der WWF am kommenden Sonntag (18. Juli) auf den Erholungsraum natürlicher Flüsse aufmerksam – etwa an der Donau in der Stopfenreuther Au bei Hainburg (ab 13.00 Uhr).

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