Philippinische Geisel soll erst nach Truppenabzug freikommen

16. Juli 2004, 19:42
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Philippinen beginnen Abzug ihrer Aufbauhelfer - Powell-Appell an Koalition: "Nachgeben macht die Lage noch schwieriger"

Manila (APA/Reuters) - Die Philippinen haben am Freitag mit dem Abzug ihrer Aufbauhelfer aus dem Irak begonnen. "Die philippinische Regierung hat den Chef des philippinischen Kontingents der Aufbauhelfer im Irak zurückgerufen. Er verlässt den Irak heute zusammen mit zehn Mitgliedern des Kontingents", erklärte die Außenministerin des Landes, Delia Albert, im Fernsehen. Die verbleibenden Aufbauhelfer würden den Irak ebenfalls bald verlassen.

Die Philippinen hatten den Abzug bereits angekündigt, aber keinen Termin genannt. Das Land reagiert damit auf die Forderung einer militanten Gruppe, die mit der Enthauptung einer philippinischen Geisel gedroht hat, sollten die Kräfte den Irak nicht bis zum 20. Juli verlassen. Ursprünglich sollten die Aufbauhelfer den Irak erst am 20. August verlassen. Die USA hatten den Abzug als falsches Signal an die Extremisten und Rebellen im Golfstaat kritisiert.

Videobotschaften

In einem am Donnerstag von Al Jazeera verbreiteten Video kündigte der Philippiner an, er werde nach Hause zurückkehren. In einer ebenfalls von Al Jazeera ausgestrahlten Botschaft der Entführer hieß es, die Geisel werde erst freigelassen, wenn die philippinischen Sicherheitskräfte den Irak bis Ende des Monats verlassen hätten.

Entführer einer ägyptischen Geisel verlängerten am Donnerstagabend ihr Ultimatum. Sie kündigten an, den Mann zu enthaupten, sollte dessen saudi-arabischer Arbeitgeber sich nicht binnen 48 Stunden aus dem Irak zurückziehen. Am Dienstag hatten sie hierfür zunächst ein Ultimatum von 72 Stunden gestellt.

Powell-Appell an Koalition: "Nachgeben macht die Lage noch schwieriger"

US-Außenminister Colin Powell appellierte unterdessen an die Mitglieder der US-geführten Koalition im Irak, angesichts der anhaltenden Entführungen von Ausländern "entschlossen" zu bleiben. "In diesen schwierigen Zeiten müssen wir entschlossen bleiben, und wir sind stolz darauf, dass fast alle unsere Partner in der Koalition standhaft bleiben", sagte Powell am Donnerstag in Washington mit Blick auf die Entscheidung der philippinischen Regierung. Den Entführern nachzugeben, bedeute, sie in ihrem Tun zu bestätigen, was die Lage noch schwieriger mache, sagte Powell in seiner Rede vor Experten des 'think tanks' Friedensinstitut der Vereinigten Staaten.

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