Kenia über Korruptionsvorwürfe britischer Diplomaten empört

16. Juli 2004, 21:26
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Londons Botschafter: Derzeitiger Regierung mindestens 150 Millionen Euro Bestechungsgelder gezahlt

Nairobi - Die kenianische Regierung hat am Donnerstag heftige Korruptionsvorwürfe des britischen Botschafters in Nairobi zurückgewiesen. Außenminister Chirau Ali Mwakwere forderte die in Kenia akkreditierten Diplomaten auf, seiner Regierung den nötigen Respekt zu zeigen und diplomatische Gepflogenheiten zu wahren, berichtete der landesweite Sender KBC am Donnerstag. Der britische Botschafter Sir Edward Clay hatte der kenianischen Regierung vorgehalten, dass die Höhe der gezahlten Bestechungsgelder derzeit etwa acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts entspreche.

Unter der seit eineinhalb Jahren amtierenden Regierung seien mindestens 150 Millionen Euro in Form von Bestechung gezahlt worden, sagte Clay in einer Ansprache vor britischen Geschäftsleuten, die anschließend dem britischen Rundfunksender BBC zugespielt wurde. Für dieses Geld hätten etwa 15.000 dringend benötigte Klassenräume gebaut werden können. Eine Liste der noch vertrauenswürdigen Regierungsmitglieder würde auf eine Briefmarke passen, betonte Clay. An die Adresse der korrupten Politiker sagte er: "Sie können kaum erwarten, dass es uns nicht stört, wenn sie vor lauter Gefräßigkeit auf unsere Schuhe kotzen." (APA)

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