UNO zieht Mitarbeiter aus afghanischer Provinz Ghor ab

16. Juli 2004, 21:28
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US-Soldat nahe Kabul bei Angriff verletzt

Kabul - Nach gewaltsamen Auseinandersetzungen in der zentralafghanischen Provinz Ghor haben die Vereinten Nationen ihre Mitarbeiter aus der Region abgezogen. Ein Hubschrauber habe die zehn ausländischen und sieben einheimischen UNO-Mitarbeiter von der Provinzhauptstadt Chaghcharan Donnerstag Früh nach Herat im Westen des Landes gebracht, sagte UNO-Sprecher David Singh.

Demnach hatte am Vorabend eine aufgebrachte Menge das UNO-Gelände gestürmt, nachdem die afghanische Armee zwei einheimische Kämpfer getötet hatte. Acht Menschen seien in das UNO-Büro eingedrungen, hätten es verwüstet und mit Steinen geworfen. Dabei sei ein Wachmann verletzt worden.

Ein Sprecher des afghanischen Verteidigungsministeriums sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Armee habe in Chaghcharan zwei Zivilisten erschossen. Vier Soldaten seien deshalb festgenommen worden; ihnen drohe nun ein Verfahren. Das Militär war Ende Juni in der Provinz stationiert worden, um für Sicherheit zu sorgen, weil sich dort örtliche Milizen bekämpfen.

In der Nähe von Kabul griffen Unbekannte einen Konvoi der US-geführten Koalition an und verletzten einen Soldaten, wie Militärsprecher Rick Peat mitteilte. Aus welchem Land der Soldat stammte, sagte der Sprecher nicht. Aus westlichen Armeekreisen verlautete, die Angreifer hätten Panzerabwehrraketen auf den Konvoi gefeuert. (APA)

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