Allawi: Ranghohe El-Kaida-Mitglieder gefasst

16. Juli 2004, 18:15
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Ministerpräsident gab an, Festnahmen seien "in den vergangenen zwei bis drei Tagen" gemacht worden - Sicherheitslage verbessere sich

Kairo/Bagdad - Die irakischen Behörden haben nach Angaben von Ministerpräsident Iyad Allawi mehrere ranghohe El-Kaida-Mitglieder festgenommen, unter anderem den Fahrer des mutmaßlichen Terroristenführers Abu Mussab al Zarqawi. Die Festnahmen seien "in den vergangenen zwei bis drei Tagen" gemacht worden, sagte Allawi gegenüber der arabischen Tageszeitung "Al Hayat" (Donnerstag-Ausgabe).

Festgenommenen hätten "begonnen mit den Ermittlern und den Justizbehörden zusammenzuarbeiten"

Neben Zarqawis Fahrer seien ein Tunesier und ein Marokkaner gefasst worden, die Anschläge auf US-Truppen im Irak geplant hätten. Die festgenommenen El-Kaida-Mitglieder hätten "begonnen, umfassend und effizient mit den Ermittlern und den Justizbehörden zusammenzuarbeiten".

Enorme Geldsummen für Anschläge im Irak stünden zur Verfügung

Den mutmaßlichen Terroristen stünden nach bisherigen Erkenntnissen "enorme Summen - mehr als eine Milliarde Dollar" für Anschläge im Irak zur Verfügung, sagte der Ministerpräsident. Allawi kritisierte, ranghohe Mitglieder der früheren Regierung von Saddam Hussein hielten sich heute in Syrien, Jordanien, Griechenland und im Libanon auf, teilweise ohne Wissen der Gastgeberländer. Von dort aus übten die Betroffenen weiterhin "einen zerstörerischen Einfluss im Irak" aus. Nach den Worten des Ministerpräsidenten sollen gegen sie in Kürze internationale Haftbefehle ausgestellt werden.

Allawi sieht Verbesserung der Sicherheitslage

Trotz neuer Anschläge sieht der irakische Übergangsministerpräsident Iyad Allawi einen Trend zu mehr Sicherheit im Irak. "Die Sicherheitslage verbessert sich fortwährend", sagte Allawi am Donnerstag, 17 Tage nach der Machtübergabe an seine Regierung, bei einer Pressekonferenz in Bagdad. "Die Regierung des Irak ist entschlossen, gegen den Terrorismus und die Kräfte des Bösen zu gewinnen", fügte er hinzu.

Neuer Inlandsgeheimdienst angekündigt

Zu diesem Zweck soll eine Geheimdienst-Agentur geschaffen werden, für die Mitarbeiter der alten Geheimpolizei (Mukhabarat) des Regimes von Saddam Hussein gewonnen werden sollen. Innenminister Falah al Nakib betonte, dass nur Ex-Agenten angeworben würden, die "sowohl Erfahrungen haben als auch saubere Hände".

Ein lange erwartetes Gesetz, das dem bewaffneten Widerstand gegen die US-Truppenpräsenz eine Amnestie anbieten würde, kündigte Allawi am Donnerstag nicht an. "Es ist noch nicht fertig, aber die Diskussion ist schon recht weit fortgeschritten", betonte der Ministerpräsident. Wie Allawi weiter ausführte, habe er die Regierungen Pakistans, Indiens, des Oman, Ägyptens und Marokkos ersucht, Truppen für die US-geführte Streitmacht im Irak bereitzustellen. Allawi bekräftigte seine Position, dass Kontingente aus Nachbarländern wegen der damit verbundenen Interessenskonflikte nicht erwünscht seien.

In der kommenden Woche plant der Chef der Übergangsregierung nach eigenen Angaben eine Reise in die Nachbarländer des Irak. Auf der Reiseroute befänden sich Jordanien, Ägypten, Syrien und Kuwait. Später sollten auch der Iran, Pakistan und Europa folgen, sagte Allawi. Nach Angaben aus Ägypten wird der irakische Ministerpräsident am kommenden Mittwoch an einer Konferenz der irakischen Nachbarländer in Kairo teilnehmen. (APA/dpa)

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