Erste Österreicherin durchschwamm Ärmelkanal

22. Juli 2004, 15:39
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Maturantin legte Strecke Großbritannien - Frankreich in weniger als 14 Stunden zurück

Dover/Wien - Was dem Salzburger Felix Baumgartner vor rund einem Jahr mit künstlichen "Flügeln" gelungen ist, hat nun als erste Österreicherin eine 18-jährige Frau allein mit Hilfe ihrer Muskelkraft geschafft: die Überquerung des Ärmelkanals, jenes Meeresarms, der Frankreich und Großbritannien trennt. Während der eine zu Luft unterwegs war, hat sich Astrid von Linde fürs Wasser entschieden. 13 Stunden und 38 Minuten dauerte der mühsame Weg ans Ziel, den die Maturantin zurücklegte, ehe sie Dienstag um 22.11 Uhr in Frankreich an Land ging.

Dann drehte der Wind

"Die ersten zwei Stunden waren schön - schönes Wetter, ruhiges Meer und leichter Nordwind, der sozusagen angeschoben hat". In dieser Zeitspanne machten ihr lediglich Quallen zu schaffen.

Dann bekam drehte der Wind und frischte gehörig auf. "Die Wellen waren enorm hoch, und sie platschen mir ständig ins Gesicht. Da musste ich enorm kämpfen. Dann habe ich den Fehler gemacht, eine Banane zu essen. Das hat dazu geführt, dass mir bei dem Seegang ziemlich schlecht wurde."

Oft habe sie ans Aufgeben gedacht, als ihr schließlich Genick, Rücken, Arme, Beine und Atmung schmerzten, schilderte die 18-Jährige. "Man fühlt sich im Wasser so schrecklich allein", sagte die Maturantin, obwohl das Begleitboot mit Trainer, Mutter und Freunden nahe war.

16 Grad kaltes Wasser

An Bord befand sich auch ein offizieller Observer, der nicht nur darüber wachte, dass die Schwimmerin das Boot nicht berührt, sondern im Notfall auch eingreifen kann. Denn es kann vorkommen, dass ein Schwimmer in dem 16 Grad kalten Wasser aus Überanstrengung irrational handelt und zum Beispiel in die falsche Richtung schwimmt. Dann muss der Observer die Entscheidung treffen, ob er ihn aus dem Wasser holt.

Die Idee, den Ärmelkanal schwimmend zu durchqueren, kam der Maturantin schon im Kindesalter. Sie sah eine TV-Dokumentation darüber. Die Erläuterung ihres Vaters, das sei das Schwierigste im Schwimmsport, beeindruckte sie so, dass sie entschied, das auch einmal zu machen. Die vergangenen zwei Jahre verbrachte sie aus Trainingsgründen in England und beendete dort auch die Schule. (APA)

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