Lavadruck in Islands Vulkanen steigt

23. Juli 2004, 11:54
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Seismologen erwarten große Ausbrüche der berüchtigten Krater von Katla und Grimsvötn

Reykjavik - Seismologen erwarten in den kommenden Jahren zwei große Vulkanausbrüche auf Island. Sorgen bereiten den Wissenschaftern dabei nicht die derzeit auftretenden Erdbeben-"Schwärme" auf der Halbinsel Reykjanes im Südwesten des Landes, sondern der kontinuierlich anwachsende Druck in den Vulkanen Katla und Grimsvötn. Laut dem Seismologen Pall Einarsson vom Erdbebenforschungszentrum in Reykjavik deutet der Druckanstieg auf größere Ausbrüche innerhalb der nächsten Jahre hin. Beide Vulkane stehen unter ständiger Beobachtung.

Katla gilt als gefährlichster Vulkan

Die teilweise vom Gletscher Myrdalsjökull bedeckte Katla in Südisland gilt als der gefährlichste Vulkan der Atlantikinsel. Laut Einarsson bricht sie im Schnitt zwei Mal pro Jahrhundert aus. Die bisher letzte große Eruption fand im Jahr 1918 statt, der nächste Ausbruch ist somit überfällig.

Der inmitten des größten isländischen Gletschers Vatnajökull gelegene Vulkan Grimsvötn brach zuletzt 1998 aus und verursachte durch Flutwellen aus Schmelzwasser große Schäden an der südisländischen Küstenstraßenverbindung. Der Vulkan Katla ist insofern problematischer, als er näher an besiedelten Gebieten liegt.

Seit zwei Jahren messen die isländischen Vulkanforscher in der Umgebung der Katla außerdem fast täglich Erdstöße mit der Stärke zwei und mehr auf der Richterskala. Die isländische meteorologische Anstalt verzeichnet seit vergangenem Wochenende auf der südwestlich der Hauptstadt Reykjavik gelegenen Halbinsel Reykjanes täglich zwischen 200 und 300 Erdstöße. Laut dem Seismologen Einarsson treten derartige Phänomene mit Erdstößen geringerer Stärke mehrmals im Jahr auf. (Apa)

  • Der Vulkan Katla in Südisland.
    derstandard.at

    Der Vulkan Katla in Südisland.

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