EDV-Zulagen fürs Arbeiten am PC

28. Juli 2004, 11:26
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Sparkassen wollen gegen Zulagenparadies vorgehen - "Kassierfehlgeld", Kreditprüfungs­pauschalen, Hochzeitszulagen und Direktionszulagen

Wien - Der Sparkassen-Sektor arbeitet seit geraumer Zeit an Einsparungen im Personalbereich. Bei der mit Abstand größten Sparkasse im Land, bei der börsenotierten Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), liegen die Durchschnittseinkommen von 59.000 Euro im Jahr um die Hälfte über jenen der Aktienbanken (40.000 Euro) mit BAWAG P.S.K und Regionalbanken. Alle Banken-Sektoren zusammen kommen auf im Schnitt 44.000 Euro im Jahr. Die Großbanken haben Sparprogramme laufen. Bei der BA-CA ist der Mitarbeiterstand zwischen 1997 und 2003 um ein Viertel gesunken, der Personalaufwand (Inland) mit rund 920 Mio. Euro aber de facto stabil geblieben.

"Privilegiensumpf"

Im Sparkassensektor sind den Managern besonders auch die diversen Privilegien und überkommenen Zulagen ein Dorn im Auge, wie es zur APA heißt. In den dicken Betriebsvereinbarungen würden Zulagenposten weiter geführt, die im Jahr 2004 als mehr als überholt zu sehen seien, wie von Arbeitgeberseite moniert wird. Auch das "Format" zitiert in seiner jüngsten Ausgabe beispielsweise diverse "Zuckerl" aus der umfangreichen Betriebsvereinbarung der BA-CA, die österreichische HVB-Tochter wird in dem Magazinbericht überhaupt als "das letzte Privilegien-Paradies Österreichs" bezeichnet. Der Vorstand gilt, wie berichtet, als wild entschlossen, den "Privilegiensumpf" an zum monatlichen Fixum dazukommenden Zulagen und Zuschüssen für BA-CA-Mitarbeiter endgültig trocken zu legen.

Monatliche Haushaltszulage

So kassiert jeder Angestellte nach Vollendung des 28. Lebensjahres eine monatliche Haushaltszulage, je nach Familienstand bei 83,14 (verheiratet) oder 124,13 Euro (ledig). Außerdem zahlt die BA-CA für jedes Kind, für das nachweislich Kinderbeihilfe bezogen wird, eine monatliche Zulage von 141,62 Euro.

Auch eine Heirats-Zulage gibt es, deren Höhe in der BA-CA nicht in der Bankbranche für Staunen sorgt: Die erste Eheschließung wird mit 744 Euro honoriert, die Geburt des ersten Babys ist der Bank 849,72 Euro wert.

EDV-Zulage

Die BA-CA ist immer noch das großzügigste Institut in ganz Österreich: Die "schwarzen" Sparkassen zwischen Neusiedler See und Bregenzer Wald etwa zahlen ihren Angestellten für den Gang zum Traualtar um 80 Prozent weniger als die "rote" BA-CA, nämlich nur 145,35 Euro, wie das Magazin schreibt.

EDV-Zulage

Weitere "Anachronismen" im Dienstrecht der BA-CA: Eine EDV-Zulage fürs Arbeiten am Computer (bis zu 788,62 Euro), Essensgeldzuschüsse (86,81 Euro) oder Erschwernispauschalen von bis zu 90 Euro. Eine Nachtdienstzulage ist mit 228,63 Euro normiert, es gibt ein "Kassierfehlgeld" (16,82 Euro), Filialleiterzulagen (22,41 Euro) sowie Maturantenzulagen (bis zu 109,66 Euro), Akademikerzulagen (bis zu 411,53 Euro) oder Kreditpauschalen für Kreditprüfungsarbeiten (bis zu 142,69 Euro).

BA-CA-Betriebsratschefin Hedwig Fuhrmann verweist darauf, dass einzelne Zusatzprämien in der BV als "totes Recht" zu betrachten seien, etwa eine noch immer aufscheinende Heizerzulage. Da seien redaktionelle Fehler passiert, sagte sie dem Magazin. Natürlich könne man sich auf einzelne Punkte draufsetzen und kritisieren, räumt sie ein. Sie verwahre sich aber dagegen, das ganze Werk zu verteufeln. Das aktuelle Dienstrecht stelle keinen Widerspruch zur Leistungsorientierung dar, die vom Vorstand so vehement gefordert werde.(APA)

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BA-CA

  • "Anachronismus": Eine EDV-Zulage fürs Arbeiten am Computer
    foto: photodisc

    "Anachronismus": Eine EDV-Zulage fürs Arbeiten am Computer

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