Neue Verhandlungen über Konflikt in Darfur

16. Juli 2004, 14:23
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Vertreter von sudanesischer Regierung und Rebellen treffen sich in Addis Abeba - Gespräche auch mit Ägypten

Addis Abeba - In der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba haben die Vorbereitungen für neue Verhandlungen zur Beilegung des Konflikts in der sudanesischen Krisenregion Darfur begonnen. Regierungsbeamte aus dem Tschad sollten die Gespräche zusammen mit Vertretern der Afrikanischen Union (AU) leiten, sagte AU-Sprecher Desmond Orkjiako am Donnerstag in Addis Abeba. Ferner werde ein Gesandter der Vereinten Nationen die Verhandlungen begleiten.

Die Delegation der sudanesischen Regierung wird von Landwirtschaftsminister Majsub al Khalifa Ahmed geleitet. Er ist auch Chef der Regierungspartei NC (National Congress) der islamischen Republik. Der Regierung gegenüber stehen die Rebellen der Sudanesischen Befreiungsarmee (SLA) sowie der Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit. Beide Gruppen rekrutieren sich hauptsächlich aus der schwarzafrikanischen Bevölkerung. Die Rebellen und die sudanesische Regierung verhandeln seit März, beide Seiten trafen sich bereits in Paris, Genf, der tschadischen Hauptstadt N'Djamena und in Addis Abeba.

Gespräche zwischen Sudan und Ägypten

Der sudanesische Präsident Omar al Bashir hat am Donnerstag in Kairo mit seinem ägyptischen Kollegen Hosni Mubarak über die Lage in der Krisenregion Darfur gesprochen. Ägypten wolle sich an den Friedensbemühungen beteiligen und prüfe die Entsendung von Beobachtern in die westsudanesische Region, sagte der Sprecher der ägyptischen Präsidentschaft im Anschluss an das vierstündige Treffen. Kairo wolle sich an dem Darfur-Komitee der Afrikanischen Union (AU) beteiligen. Sanktionen gegen das südliche Nachbarland lehne Ägypten jedoch ab. Auch wolle das Land keine Truppen nach Sudan oder in andere afrikanische Staaten entsenden.

Die AU plant die Entsendung einer internationalen bewaffneten Truppe nach Darfur. AU-Beobachter überwachen dort bereits den Waffenstillstand zwischen der Regierung und zwei Rebellengruppen, der jedoch immer wieder gebrochen wird. Mindestens 10.000 Menschen wurden seit Beginn des Konflikts im Februar 2003 in Darfur getötet.

In Darfur ist der Konflikt zwischen der schwarzen Landbevölkerung und arabischstämmigen Milizen seit März 2003 eskaliert. Der Regierung wird vorgeworfen, die Milizen zu unterstützen. Nach UNO-Schätzungen hat der Konflikt bereits 860.000 Menschen in die Flucht getrieben. 350.000 von ihnen droht nach Angaben von Hilfsorganisationen der Hungertod. (APA)

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