RTL-Infochef Mahr begrüßt neue Kontrolle für ORF

23. Juli 2004, 13:21
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"Weltmeister der Schleichwerbung" ruft beim Medienlegionär "schalen Beigeschmack" hervor - Reality-TV bleibt Thema

RTL-Informationschef Hans Mahr begrüßt die neue Aufsicht über die Werbepraxis des ORF durch die KommAustria. "Endlich gibt es ein bisschen Gleichheit", sagte er am Dienstagabend bei einer Veranstaltung des RTL-Vermarkters IPA-plus Österreich. Kontrolle tut seiner Ansicht nach Not: Es habe einen "schalen Beigeschmack", wenn ein Öffentlich-Rechtlicher als "Weltmeister bei der Schleichwerbung" auftrete, so Mahr, der öffentliche Auftritte in seiner Heimat gerne für Kritik am ORF nutzt.

Generell sieht Mahr wenig Bewegung in der heimischen Medienbranche, was sich aber durch die Fernseh-Digitalisierung zwangsläufig ändern werde. Bis 2010 werden 82 Prozent der österreichischen TV-Haushalte ihr Programm auf digitalem Weg - vornehmlich via Satellit - empfangen, so seine Prognose. Gleichzeitig werde der Fernseh-Konsum noch "dramatisch zunehmen", da die Nutzungsdauer der elektronischen Medien kontinuierlich steige.

Rechtzeitig für Digitalisierung wappnen

Für die Programmanbieter heiße es rechtzeitig zu reagieren - zum einen mit technischen Innovationen, die auch der wachsenden Konvergenz Rechnung tragen, zum anderen aber mit Content-Offensiven, wobei die Programmtrends laut Mahr immer häufiger wechseln.

"Bassena-TV"

Das Reality-Genre aber wird als typisches "Bassena-TV" auch weiter ein Thema sein, ist sich der österreichische Medienlegionär sicher.

Eskapismus-Angebot

Weitere hartnäckige Trends: Herz-Schmerz und "Cinderella-TV" als Eskapismus-Angebot fürs konjunkturgebeutelte Volk und Nostalgie-Shows, die Brücken zwischen den Generationen bauen könnten.

Weniger zappen

Gute Nachrichten für die am Dienstagabend versammelte Werbewirtschaft hatte Roswitha Haßlinger vom Gallup-Institut, das alljährlich im Auftrag der IPA-plus die Fernsehvorlieben der Österreicher abtestet: Das Zap-Verhalten der Zuschauer scheint träger zu werden. Bei Werbepausen werde seltener umgeschaltet, haben die Marktforscher herausgefunden. Warum das so ist, sei noch nicht ganz klar, so Haßlinger, aber "es schaut so aus, als ob weniger gezappt wird". (APA)

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