"Pass-Affäre": Israel lehnt offizielle Entschuldigung ab

18. Juli 2004, 15:20
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Neuseeland führt Visumspflicht für israelische Staatbürger ein - Jüdischer Friedhof in Wellington geschändet

Wellington/Jerusalem - Neuseeland verlangt von Israel eine offizielle Entschuldigung für die Aktivitäten von zwei Agenten des Geheimdienstes Mossad, die wegen des Versuchs, illegal in den Besitz neuseeländischer Pässe zu kommen, zu Gefängnisstrafen verurteilt worden sind. Israel müsse seine Verantwortung eingestehen, sagte der neuseeländische Außenminister Phil Goff am Freitag der israelischen Tageszeitung "Haaretz".

Israel lehnt offizielle Entschuldigung ab

Die israelische Regierung lehnt eine offizielle Entschuldigung in Zusammenhang mit der jüngsten Geheimdienstaffäre ab, die Neuseeland zu gravierenden diplomatischen Sanktionen veranlasst hat. Außenminister Silvan Shalom sei "tief betrübt" und wolle alles tun, um die Beziehungen zu Wellington wieder herzustellen, an eine öffentliche Erklärung sei aber nicht gedacht, verlautete am Freitag aus dem Ministerium in Jerusalem.

Visafreiheit für Israelis ausgesetzt

Neuseeland verlangt nach den Worten von Außenminister Goff auch eine "glaubhafte Versicherung", dass solche Aktionen in Zukunft unterbleiben würden. Neuseeland hat die Visafreiheit für Israelis ausgesetzt. Die neuseeländische Regierung hat die diplomatischen Beziehungen zu Israel eingefroren. 1997 hatten mit kanadischen Pässen ausgestattete Mossad-Agenten in Jordanien versucht, den palästinensischen Hamas-Führer Khaled Mechaal umzubringen. Der Anschlag misslang. Kanada hatte damals scharf gegen den Missbrauch seiner Pässe protestiert.

Jüdischer Friedhof in Wellington geschändet

In Wellington sind in der Nacht auf Freitag mehrere Gräber eines jüdischen Friedhofs - einige davon aus den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts - mit Hakenkreuz-Schmierereien und rechtsextremen Losungen geschändet worden. Premierministerin Helen Clark verurteilte den Vandalenakt schärfstens. Ob dieser mit der Mossad-Affäre zusammenhänge, könne noch nicht gesagt werden, sagte die Regierungschefin. (APA/dpa/Reuters/red)

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