Fourniret hat weitere Entführung und Vergewaltigung gestanden

16. Juli 2004, 23:13
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Internationaler Datenaustausch um verschwundene Kinder und Frauen läuft auf Hochtouren

Brüssel/Paris - Der mutmaßliche Serienmörder Michel Fourniret hat belgischen Ermittlern eine weitere Tat gestanden. 1998 habe er in Sedan eine etwa 20-jährige Französin afrikanischer Abstammung entführt und vergewaltigt, berichtete die Nachrichtenagentur Belga am Donnerstag unter Berufung auf den Staatsanwalt der französischen Stadt Reims, Yves Charpenel.

Charpenel sagte, das neue Geständnis müsse mit Vorsicht betrachtet werden, da Fourniret bisher weder den Ort noch das genaue Datum der Entführung enthüllt habe. Die junge Frau wurde demnach nicht von Fourniret getötet. Der Franzose hatte bisher gestanden, seit 1987 neun Mädchen in Frankreich und Belgien entführt und getötet zu haben.

Spontanes Geständnis

Französische Medien setzten Fragezeichen hinter das "spontane Geständnis" Fournirets bei einem Verhör Ende der vergangenen Woche. Der 62-Jährige habe von der Entführung berichtet, als die Ermittler ihn nach dem ganz anderen Fall eines 1993 verschwundenen Mädchens befragen wollten. Die Kriminalpolizei in Reims geht seit dem Geständnis alle gemeldeten Fälle von Vergewaltigung in den vergangenen Jahren durch.

Unterdessen hat die Kantonspolizei Bern im Fall des geständigen Serienmörders ein Rechtshilfebegehren an Interpol in Brüssel gestellt. Damit erhoffe sie sich Informationen über fünf in der Schweiz vermisste Kinder, hat Polizeisprecher Heinz Pfeuti am Mittwoch einen Bericht der Nachrichtenagentur sda bestätigt. "Es geht darum, die Abklärungen weiterzuführen und Fakten auszutauschen." (APA)

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