UPC Telekabel startet mit Gratistelefonie in der Freizeit

23. Juli 2004, 10:13
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15,98 Euro Grundentgelt - Zusatzkosten fallen keine an - Tarif gilt in alle Netze und auch für Take Two-Kunden

Der TV-, Internet- und Telefonieanbieter UPC Telekabel hat auf die Preissenkungen der Mitbewerber reagiert und startet am Donnerstag, mit Gratis-Festnetztelefonie in der Freizeit österreichweit und in alle Netze. Im Gegensatz zu den wichtigsten Konkurrenten Telekom Austria (TA), UTA und Tele2 fallen bei dem neuen Tarif "Priority Standard FreeTime" keine Zusatzgebühren an, zu bezahlen sei lediglich die Grundgebühr von 15,98 Euro, betonte UPC-Chef Thomas Hintze vor Journalisten. Der Preis orientiere sich am "TikTak"-Tarif der Telekom Austria.

Nur in Wien, Graz und Klagenfurt

"Standard FreeTime" wird allerdings nur in Wien, Graz und Klagenfurt angeboten. Das Tarifmodell gelte für maximal 500 Gratis-Minuten, Mehrwertdienste-Nummern und Internet-Einwahl sind darin - wie auch bei den Mitbewerbern - nicht enthalten. Bestehende Kunden sowie "Take Two"-Nutzer können auf den neuen Tarif wechseln, so Hintze. Für "Take Two"-Kunden gebe es einen 25 Prozent-Rabatt auf das monatliche Grundentgelt. Zur Zeit gibt es laut UPC österreichweit rund "Take Two"-100.000 Kunden. Zahlen zu den erhofften "FreeTime"-Kunden wollte Hintze nicht nennen. Insgesamt habe UPC-Telekabel 567.000 Nutzer, 154.000 davon nutzen Priority-Festnetz, 219.000 Chello-Internet und 27.000 Digital-TV.

"Wir fürchten uns nicht"

Unbeeindruckt zeigte sich Hintze von der Ankündigung der Telekom Austria (TA), 2005 ins TV-Geschäft einsteigen zu wollen. "Wir fürchten uns nicht, für uns ist das ein vertrauteres Geschäft als für die TA", so Hintze. Bei UPC stelle man sich demnach die Frage, was die Telekom eigentlich anbieten wolle, denn mit 35 Massenprogrammen sei der Markt schon sehr gut abgedeckt.

Eine nahezu Marktsättigung sieht Hintze im Bereich Internet-Leitungsinfrastruktur in Wien. Er erteilte damit früher geäußerten Überlegungen der Stadt Wien eine Absage, ein kommunales Breitbandnetz zu errichten. "Dafür gibt es kein Business-Modell, ich kenne die Kosten", erklärte Hintze.

VoIP sei "eine reine Technologiefrage"

Dass die Mitbewerber verstärkt auf Telefonieren über das Internet ("Voice over IP", VoIP) setzen, sieht UPC nicht als Vorlage für das eigene Unternehmen. VoIP sei "eine reine Technologiefrage", man verfüge über eine gut funktionierende Infrastruktur, wo aber neue Strukturen errichtet werden, werde dieses auf IP-Basis implementiert.

Konstant 800 MitarbeiterInnen

Stolz zeigte sich Hintze über die Personalentwicklung bei UPC. Seit 2000 habe man - im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern - den Mitarbeiterstand mit rund 800 konstant gehalten. Möglich sei dies durch die Übernahme von Konzernaufgaben der börsennotierten UPC-Mutter UnitedGlobalCom (UGC) Europe (Amsterdam). So betreue man vom "Know How-Center"-Wien die Länder Ungarn, Tschechien, Polen, die Slowakei und Frankreich. "Hätten wir nur den österreichischen Markt, wäre der Mitarbeiterstand nicht zu halten gewesen", so Hintze.

Ungebrochen

Wie die Wirtschaftskammer heute in einer Presseaussendung mitteilte, hält in Österreich der Breitband-Internet-Boom im Kabelbereich "ungebrochen an". Laut Branchenreport 2003 habe es einen Zuwachs gegenüber 2002 von 23 Prozent auf insgesamt 330.718 Nutzer gegeben. Die Anzahl der Kabelnetzbetreiber erhöhte sich von 92 auf 106.

Weniger Steuer

Einmal mehr kommt vom Fachverband der Telekommunikations- und Rundfunkunternehmungen Kritik an der Förderung der Internetverbreitung durch eine einmalige steuerliche Begünstigung. Die Zahlen würden zeigen, dass die von der Regierung hochgelobte Aktion kaum Wirkung gezeigt habe. Die WKÖ fordert die sofortige Reduktion des Mehrwertsteuersatzes auf Breitbandanschlüsse von 20 auf 10 Prozent.(APA)

  • Die Dame aus der aktuellen UPC-Werbung

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