Die Finalisten des ORF/ÖFI-Nachwuchsfilmprojekts "8x45"

23. Juli 2004, 11:56
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Zwölf Mystery-Exposés "made in Austria", unter anderem von Franzobel oder Florian Scheuba, wurden ausgewählt

Wien - Für das von ORF und Österreichischem Filminstitut (ÖFI) Anfang April initiierte Nachwuchsfilmprojekt "8x45" (acht 45-minütige fiktionale TV-Filme) hat der ORF nun aus insgesamt 155 Einreichungen die zwölf besten Exposés ausgewählt. Die zwölf "Mystery-Geschichten made in Austria", so das Thema der Ausschreibung, kommen laut ORF-Aussendung sowohl von neu entdeckten Kreativen als auch von namhaften Künstlern, die meist noch nicht oder kaum für das Medium Fernsehen bzw. Fernsehfilm gearbeitet haben.

Aus den zwölf ausgewählten Projekten sollen in den nächsten Wochen erste Drehbuchfassungen erarbeitet werden, die besten acht Projekte werden dann mit einem Budget von jeweils 400.000 Euro verfilmt. Die betreuenden Produzenten können für die entstehenden Treatments bzw. ersten Drehbuchfassungen zum Antragtermin 14. September 2004 beim ÖFI um Förderung der Drehbuchentwicklung ansuchen.

"Zukunftsweisende Kontakte"

Insgesamt haben sich an den Einreichungen 61 Produktionsfirmen, 140 Regisseure und 193 Drehbuchautoren beteiligt. Für ORF-Fernsehfilmchef Heinrich Mis hat sich die Einreichung auch für jene Autoren gelohnt, die nicht ins Finale kommen, seien doch viele neue Ideen geboren und zukunftsweisende Kontakte geknüpft worden.

Unter den beteiligten Kreativen der zwölf Finalprojekte von "8x45" finden sich namhafte Künstler wie Franzobel, der erstmals ein Fernsehdrehbuch verfassen wird. Sein Koautor und Regisseur ist der Doku-Filmer Lukas Sturm. Drehbuchautor Rupert Henning gibt gemeinsam mit Koautor Florian Scheuba sein TV-Regiedebüt. Weitere Bücher stammen von den ORF-Mitarbeitern David Schalko und Oliver Kartak (u.a. "Sunshine Airlines") und den Max-Ophüls-Preisträgern Karl Bretschneider ("Grauzone") und Barbara Gräftner ("Mein Russland").

Außerdem im Finale: das Kärntner Dramatikerpaar Ute Liepold und Bernd Liepold-Mosser, der iranische Dokumentarfilmer Arash T. Riahi, der Kurz- und Werbefilmer Falk Schweikhardt, Producer Johannes Herberstein, Regie-Neuling Sascha Bigler, Serienautor Karl Benedikter, Dokumentarfilmer Stephanus Domanig, ORF-Drehbuchwettbewerb-2000-Gewinnerin bzw. -Teilnehmer Daniela Ellmauer ("Der Tunnel") und Martin Betz, sowie Thomas Woschitz, dessen "Josef-Trilogie" heuer bereits erfolgreich in Cannes lief und soeben zum Filmfestival in Locarno eingeladen wurde. Als Regisseur im Rennen ist der Dokumentarist Werner Boote ("Der fliegende Holländer").

Die zwölf ausgewählten Projekte

"Mautner"
Drehbuch Miki Tröbinger, Regie: Werner Boote, Produktion: Lotus Film
Als sich die literarische Hauptfigur seines Romans plötzlich selbstständig macht, verändert sich das Leben des jungen Schriftstellers Raffelsperger dramatisch.

"Das Tor zur Hölle"
Drehbuch: Arash T. Riahi, Max Gruber, Regie: Max Gruber, Produktion: Lotus Film
Die Wiener Kriminalbeamtin Susanne Czerny erlebt bei dem Versuch, einen rätselhaften Mord in den eigenen Reihen zu klären, eine albtraumhafte Nachtfahrt in die eigenen Abgründe.

"Der Unterwassermann"
Drehbuch und Regie: Karl Bretschneider, Produktion: meter Film
Der Kunststudent Julian führt tagsüber ein sorgenfreies Leben, doch nachts plagen ihn düstere Visionen und Vorahnungen. Fast scheint es so, als könne er in seinen Träumen die Zukunft voraussehen.

"Das Eis bricht"
Drehbuch: Johannes Herberstein, Regie: Falk Schweikhardt, Produktion: Frames Film
Nach einem schrecklichen Unfall ihrer beiden Kinder beginnt für das Ehepaar Claudia und Ernst ein mentaler und emotionaler Kampf, der ihnen auch die Zwiespältigkeit ihrer Beziehung vor Augen führt.

"The Spirit of 68"
Drehbuch: Rupert Henning, Florian Scheuba, Regie: Rupert Henning, Produktion: DOR Film
Mit dem neu kreierten Energydrink "The Spirit of 68" feiert der Marketingexperte Jakob Leitner durchschlagende Verkaufserfolge. Doch plötzlich beginnen Menschen aller Alters- und Gesellschaftsschichten gegen Autorität und bestehende Ordnung aufzubegehren.

"Die Katze"
Drehbuch: Franzobel, Lukas Sturm, Regie: Lukas Sturm, Produktion: mungo-Film
Eines Tages tritt eine schwarze Katze in das Leben von Ronnie und Elvira. Das sonderbare Tier wird immer mehr zum Konfliktgegenstand und treibt das junge Paar an den Rand des Wahnsinns. Als Ronnie schließlich eine schlimme Entdeckung macht, überschlagen sich die Ereignisse.

"Blauzahn"
Drehbuch: Karl Benedikter, Regie: Sascha Bigler, Produktion: mungo-Film
Kurz vor der Pensionierung sieht sich Kriminalkommissar Berner mit dem lange zurückliegenden Fall eines satanischen Serienmörders konfrontiert. Seine Enkelin flirtet via "Bluetooth"-Funktion ihres Handys mit einem Unbekannten. Dessen Verhalten erinnert Berner frappant an den vor langer Zeit verstorbenen Täter.

"Heaven"
Drehbuch und Regie: David Schalko, Produktion: Neue Sentimental Film
Eine Videokassette, die eigentlich an seine Frau Birgit adressiert ist, verändert alles: Was Klaus darauf entdeckt, treibt ihn in eine Spirale von Eifersucht, Feigheit und Mord.

"Die Testamentmaschine"
Drehbuch: Martin Betz, Regie: Barbara Gräftner, Produktion: Bonus Film
Der Tod ihrer Mutter und das Fehlen eines Testaments stellt drei Geschwister vor unlösbare Probleme. Alte Konflikte leben wieder auf. Dem erfinderischen Dorfarzt gelingt es, die Verstorbene für die Dauer einer Befragung wieder zu beleben. Die "Auferstehung" dauert jedoch länger, als den Beteiligten lieb ist.

"Raunacht"
Drehbuch: Daniela Ellmauer, Regie: Stephanus Domanig, Produktion: Satel-Film
Nach vielen Jahren besucht Martin, gemeinsam mit Freundin Gina, wieder einmal sein Heimatdorf in den Bergen. Doch die Gespenster seiner Kindheit haben schon auf ihn gewartet: Die Ereignisse jener Raunacht, in der sein Großvater ums Leben kam, holen ihn ein.

"Bruderliebe"
Drehbuch und Regie: Oliver Kartak, Produktion: Filmhaus
Der Bauernjunge Kaspar tötet seinen jüngeren Bruder Michael im Streit. Michael kehrt aber unversehrt zurück und behauptet, von der Jungfrau Maria gerettet worden zu sein. Er erpresst Kaspar mit der Drohung, dessen Tat an die Eltern zu verraten. Der Bruderzwist eskaliert.

"Bis in den Tod"
Drehbuch: Ute Liepold, Bernd Liepold-Messer, Regie: Thomas Woschitz, Produktion: Klaus Graf Film
Die junge Klimaforscherin Leonie beendet ihre Beziehung mit Marc. Nachdem Marc bei einem Unfall stirbt, macht sie sich große Vorwürfe. Mit zwei Kollegen ist sie in einem Hotel an einem Staudamm eingeschneit. Die Witterung gestattet keine Verbindung mit der Außenwelt. Da erhält Leonie plötzlich eine Botschaft. (APA/red)

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    "Das sonderbare Tier wird immer mehr zum Konfliktgegenstand und treibt das junge Paar an den Rand des Wahnsinns ..."

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