Vielgesuchter Mafiaboss in der Steiermark verhaftet

15. Juli 2004, 20:27
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Auftragsmorde, Bandenkriege, Millionenbetrügereien sollen auf sein Konto gehen - Pate wollte einige Tage am Wörthersee verbringen

Wien/Graz - Einer der meistgesuchten türkischen Mafiabosse ist am Mittwoch, Abend in der Steiermark gefasst worden. Der 51-Jährige, der unter anderem mehrere Morde in Auftrag gegeben haben soll, wurde auf dem Packabschnitt der Südautobahn von Angehörigen des Einsatzkommandos Cobra verhaftet.

Der Mann, der sich seit einigen Monaten in Wien aufgehalten hatte, war auf dem Weg nach Kärnten, wo er einige Tage am Wörthersee verbringen wollte.

Auftragsmorde, Bandenkriege, Millionenbetrügereien

Der 51 Jahre alte Alaettin C. wurde nach Angaben von Mag. Erich Zwettler vom Bundeskriminalamt von türkischen Gerichten gesucht, seit 2002 lief eine Interpol-Fahndung. Laut Haftbefehl wird C. eine ganze Reihe schwerer Delikte zur Last gelegt.

Morde in Auftrag gegeben

Der Mann soll in der Türkei mehrere Morde in Auftrag gegeben haben, so 1995 an seiner Ex-Frau. Seine Organisation wird beschuldigt, seit dem selben Jahr in Istanbul mehrere Raubüberfälle unter anderem auf Banken verübt zu haben und 1996 im Rahmen eines Bandenkriegs in einem Istanbuler Cafe fünf Menschen erschossen zu haben. Vier Jahre später wurden ebenfalls bei einem Bandenkrieg mehrere Personen schwer verletzt. Weiters soll er den Auftrag zur Ermordung eines türkischen Bankiers gegeben haben, die letztendlich an der gepanzerten Limousine des Opfers scheiterte.

Geldhinterziehung

Darüber hinaus wird C. mit seiner Organisation verdächtig, große türkische Banken um eine Summe betrogen zu haben, die angeblich im dreistelligen Millionen US-Dollar-Bereich liegt.

Zusammenarbeit mit der Türkei

Auf die Spur des international Gesuchten waren die österreichischen Ermittler nach Hinweisen des türkischen Verbindungsbeamten in Wien gekommen. Die Ermittlungen durch das Bundeskriminalamt liefen mehrere Monate auf Hochtouren, ehe der Mann, der sich unter einem anderen Namen in einem Wiener Hotel eingemietet hatte, ausgeforscht werden konnte. Der Verdächtige hatte sich nach seinem Untertauchen nicht nur in Österreich, sondern auch in Griechenland, Italien und Frankreich aufgehalten.

In Österreich hat sich C. nach den bisherigen Erkenntnissen der Ermittler nichts zu Schulden kommen lassen. (APA)

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