Inode startet mit Internettelefonie für Geschäftskunden

22. Juli 2004, 11:02
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Bestehende ISDN-Telefonanlage kann weiterverwendet werden - Entbündelte Kunden seit Jahresbeginn 2004 verdoppelt

Der Wiener Internet-Anbieter Inode startet am Donnerstag mit Internettelefonie ("Voice over IP", VoIP) für Unternehmen. Im Gegensatz zum Mitbewerber UTA, der vor einer Woche ebenfalls VoIP für die heimische Wirtschaft ankündigte, braucht man beim Inode-Angebot "iTalk VoIP ISDN Starter" keine IP-tauglichen Telefone, sondern kann die bestehenden ISDN-Anlage weiter einsetzen, erklärte Inode-Produktmanager Horst Steiner. Als nächsten Schritt will der Internet-Anbieter mit Partnern nach Liechtenstein und Tschechien expandieren und Videotelefonie im Festnetz anbieten.

Zentrales Gerät

Wer sich für die IP-Lösung von Inode entscheidet muss demnach nur ein zentrales Gerät in die IT-Infrastruktur zwischenschalten, die Dienste im Hintergrund erledigt Inode. Die Einmalkosten für das Zwischengerät betragen laut Inode 119 Euro plus 100 Euro Kaution. Die Grundgebühr beträgt 19 Euro, ein Festnetzanruf netzintern ist gratis, Anrufe in andere Festnetze zur Hauptzeit kosten 2,67 Euro, in der Nebenzeit 1,41 Euro. Damit ist Inode deutliche günstiger als der ISDN-TikTak Office-Tarif der Telekom Austria und etwas billiger als das UTA-VoIP-Angebot "Business Phone IP".

Voraussetzung für die Nutzung des Angebotes ist eine entbündelte Inode-Leitung - sprich eine Direktverbindung vom Wählamt zum Endkunden. Bei der UTA kann man jeden Breitbandanschluss nehmen, Qualitätsgarantie gibt es aber nur bei entbündelten UTA-Leitungen. Inode hat derzeit nach Eigenangaben 118 entbündelte Standorte in 36 Städten. 13 Ortsvermittlungsstellen befinden sich demnach kurz vor der Fertigstellung, bis Jahresende sollen noch weitere 20 hinzu kommen. Bis Ende des Jahres will Produktmanager Steiner einige tausende VoIP-Geschäftskunden haben.

Entbündelte Leitungen verdoppelt

Seit Jahresbeginn 2004 habe sich jedenfalls die Zahl der entbündelten Anschlüsse "mehr als verdoppelt", betonte Steiner. Die Entscheidung im Jahr 2000 in die Entbündelung einzusteigen, sei "goldrichtig" gewesen. Vor einem Jahr hatte Inode eine VoIP-Angebot für Privatkunden auf den Markt gebracht, die Zahl der Nutzer bisher wollte Inode nicht verraten. Insgesamt habe das Unternehmen 43.500 Kunden, davon entfallen zwei Drittel des Umsatzes auf Geschäftskunden, so der Internet-Anbieter.

Im dritten Quartal 2004 will Inode Liechtenstein flächendeckend entbündeln, dazu seien vier Standorte erforderlich. Kurz darauf sollen vier Städte in Tschechien (Prag, Brünn, Ostrau und Pilsen) entbündelt werden. In Tschechien soll die Expansion mit Partner "mit guter Kenntnis des örtlichen Marktes" vorangetrieben werden, so Steiner. An einen externen Finanzpartner sei aber nicht gedacht.

Inode hatte im Geschäftsjahr 2003 das Ergebnis (EGT) mehr als halbiert, als Grund wurden "große Verzögerungen bei der Entbündelung" und "Koordinierungsprobleme" der Wählamt-Besitzerin Telekom Austria genannt. Negativer Spitzenwert seien 228 Werktage Verzögerung gewesen, so Inode zu Jahresbeginn 2004. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wurde 2003 auf 2,5 (2,2) Mio. Euro gesteigert. Beim Umsatz konnte das 1996 von Michael Gredenberg und Peter Augustin gegründete Unternehmen, wie schon in den vergangenen Jahren, um fast 100 Prozent auf 22 Mio. Euro nach 11,5 Mio. Euro zulegen.(APA)

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