Polizei nimmt nach Anschlägen von Kerbala Verdächtige fest

15. Juli 2004, 20:26
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Kämpfe in Ramadi und Kirkuk: Mindestens zehn Tote

Najaf/Ramadi - Die irakische Polizei hat im südirakischen Najaf mehrere Männer festgenommen, die für einen Anschlag mit mehr als hundert Toten in der benachbarten Stadt Kerbala verantwortlich sein sollen. Sie sollen dem Polizeichef von Najaf, Galeb al Gasairi, zufolge einer Gruppe angehören, die Verbindungen zu Osama bin Ladens Extremisten-Organisation El Kaida hat.

Die Männer seien an dem Angriff mit Granaten und Sprengstoff auf schiitische Pilger im März in Kerbala beteiligt gewesen und an einem Autobombenanschlag in Najaf im August, bei dem mehr als 80 Menschen - darunter der führende schiitische Geistliche Ayatollah Mohammed Bakr al Hakim - starben.

Zuvor hatte es in Kreisen des Innenministeriums geheißen, die Polizei habe einen Libyer festgenommen, der gestanden habe, in Najaf Verbindungen zu El Kaida gehabt zu haben. Es blieb zunächst unklar, ob der Polizeichef von Najaf sich auch auf diese Festnahme bezog.

Kämpfe in Ramadi und Kirkuk

Bei einem Angriff mit Mörsergranaten sind am Mittwochabend in der nordirakischen Stadt Kirkuk fünf Mitglieder einer Familie getötet worden. Dies berichtete die örtliche Polizei. Ziel der Aufständischen war offenbar eine benachbarte Polizeistation. Die Station war schon in der Vergangenheit attackiert worden. Dabei waren neun Polizisten getötet worden. Mittwoch Früh war in Bagdad eine Autobombe explodiert und hatte elf Menschen in den Tod gerissen. Später wurde der Gouverneur von Mossul bei einem Anschlag ermordet.

Bei heftigen Straßenkämpfen in der irakischen Sunnitenhochburg Ramadi am Mittwoch mindestens fünf Menschen getötet worden. 21 weitere hätten Verletzungen davongetragen, sagten ein Krankenhausarzt und ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur AFP. Die Kämpfe hätten begonnen, als US-Marineinfanteristen den Sitz der Splitterpartei Nationale Unions-Versammlung in Ramadi durchsucht hätten. Dabei wurden Waffen beschlagnahmt, der örtliche Parteivertreter wurde festgenommen, wie die Polizei mitteilte. Die Partei lehne die Präsenz von US-Truppen im Irak ab. Zunächst war unklar, ob es sich bei den Opfern um Zivilisten oder um Rebellen handelte.

Die US-Armee wollte die Kämpfe auf Anfrage nicht bestätigen. Ramadi gilt als Hochburg von Anhängern des gestürzten Staatschefs Saddam Hussein; in der Stadt kommt es immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Irakern und US-Soldaten. (APA/Reuters)

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