Ferngesteuerte Züge: Mausklick statt Fahrdienstleiter

19. Juli 2004, 09:48
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Fünf Dornbirner Fahrdienstleiter verloren ihren Arbeitsplatz - die Computerzentrale übernimmt den Job

Wolfurt - Der 14. Juli 2004 ist für Vorarlbergs Bahnbedienstete ein "historisches Datum". Um exakt 10.38 Uhr wurde als erster großer Bahnhof jener in Dornbirn in die Betriebsfernsteuerzentrale am Güterbahnhof Wolfurt integriert. Gleichzeitig verloren die fünf Dornbirner Fahrdienstleiter ihren Arbeitsplatz. Sie werden nun, so Peter Bechtloff von der Regionalleitung West, "anderweitig verwendet".

Speziell geschulte Fahrdienstleiter vor zehn Monitoren

Ihre Arbeit übernimmt nun die Computerzentrale. Im Tower Wolfurt sitzen zwei (von 14 speziell geschulten Fahrdienstleitern) vor zehn Monitoren und stellen per Maus click Weichen, bedienen auf dem Bildschirm Signale, verschieben Züge. Das Schienennetz zwischen Lindau (Deutschland) und Innsbruck ist für sie ebenso abrufbar wie der Zustand sämtlicher elektrischer Anlagen.

Mit der Fernsteuerung von Dornbirn wurde erst der Anfang gemacht. Im Endausbau sollen sämtliche Bahnhöfe des Vorarlberger Unterlandes vom Güterbahnhof aus organisiert werden. Kosten der Automatisierung: 16,5 Millionen Euro. Der Nutzen für die Bahnreisenden liegt auf der Hand, meint ÖBB-Sprecher Rene Zumtobel: "Wir werden pünktlicher, schneller, bequemer." Durch die Umstellung wird zudem die Kapazität des Schienennetzes erweitert. "Von derzeit 1600 Zügen pro Woche auf rund 2500", rechnet Systemtechniker Bechtloff. Ob die dann tatsächlich fahren werden, sei eine politische Entscheidung. (jub, DER STANDARD Printausgabe 17.5.2004)

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