MMTV-Virus dürfte Rolle bei Brustkrebs-Entstehung spielen

17. Juli 2004, 20:30
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Studie stellt geografische Unterschiede bei der Verbreitung fest

Washington - Wissenschaftler der George Washington University haben Spuren des Virus MMTV im Gewebe von Brustkrebspatientinnen nachgewiesen. Sie gehen davon aus, dass dieses Virus bei der Entstehung dieser Krebsform eine Rolle spielt. Im Fachmagazin "Cancer" berichtet das Team um Paul Levine von geografischen Unterschieden bei den Testergebnissen. Untersucht wurden Proben von Patientinnen aus Europa, Nord- und Südamerika sowie Nordafrika. 74 Prozent der Proben von tunesischen Patientinnen wiesen laut BBC Spuren von MMTV auf. In Australien waren es 42 Prozent, 38 Prozent in Italien, 36 Prozent in Amerika und 31 Prozent in Argentinien. In Vietnam konnte das Virus bei weniger als einem Prozent der Proben nachgewiesen werden.

Es ist bekannt, dass das Mouse Mammary Tumour Virus (MMTV) bei Mäusen Brustkrebs verursacht. Frühere Studien haben Spuren des Virus im Gewebe von an Brustkrebs erkrankten Frauen nachgewiesen. Laut den Wissenschaftlern wurden große Mengen des Virus in aggressiven Krebstumoren gefunden. Ob diese Erkenntnisse jedoch direkt auf den Menschen anwendbar seien, müsse erst gezeigt werden. Die geografischen Unterschiede bei den Testergebnissen befänden sich jedoch in einem direkten Zusammenhang mit dem Auftreten des Virus bei Mäusen. "Die geografischen Unterschiede entsprechen jenen von MMTV-Studien bei wildlebenden Mäusen." (pte)

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