Bausparprämie bleibt 2005 unverändert

28. Juli 2004, 12:46
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Bausparer können damit rechnen, auch nächstes Jahr wieder 35 Euro auf die maximal geförderte Einzahlung von 1000 Euro zu bekommen - Gewarnt wird vor Fremdwährungskrediten

Wien - Die staatliche Bausparprämie und die an diese gekoppelte Prämie für die staatlich geförderte Zukunftsvorsorge werden aller Voraussicht nach auch nächstes Jahr unverändert 3,5 beziehungsweise neun Prozent betragen. Eine Änderung wäre nur möglich, wenn die Zinsen bis zum Stichtag Ende September um ein Prozent steigen oder fallen, was nicht anzunehmen ist, sagte der Chef der S-Bausparkasse, Josef Schmidinger am Mittwoch vor Journalisten.

Die Bausparprämie für die maximale jährliche geförderte Einzahlung von 1000 Euro wird jährlich neu festgesetzt und orientiert sich an der Sekundärmarktrendite für Bundesanleihen. Sie kann je nach Zinsniveau zwischen mindestens drei und maximal acht Prozent schwanken. Den Staat kostete die Förderung im Vorjahr 130 Millionen Euro.

Trotz des jüngsten Zinsanstieges werden die Darlehenszinsen vorerst nicht erhöht. Freuen können sich jene Bausparer, die bei der S-Bausparkasse einen Sparvertrag haben, der vor 2002 abgeschlossen wurde. Vorausgesetzt es wurde eine variable Verzinsung gewählt, steigen die Haben-Zinsen um 0,5 auf 2,5 Prozent.

Fremdwährungskredite hoch im Kurs

Zufrieden ist Schmidinger mit der Finanzierungsleistung im ersten Halbjahr, die um 15,6 Prozent auf 450,3 Mio. Euro zulegte. Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Fremdwährungskredite nach wie vor in der Gunst der Häuslbauer ganz oben stehen.

Die Banken müssen den Kunden zwar über die Währungs- und Kursrisiken künftig informieren, doch nur den wenigsten sei klar, dass bei einem Zinsanstieg von einem Prozent pro Jahr die Ratenrückzahlung um bis zu 46 Prozent steige.

Anders als bei Aktienveranlagungen habe der Fremdwährungskredit die Nagelprobe noch nicht hinter sich. Die Fremdwährungsquote erreichte bei den Privaten zuletzt einen historischen Höchststand von 27 Prozent. Zum Vergleich: Die Fremdwährungsquote der heimischen Wirtschaft liegt bei unter 20 Prozent.

"Wenn bei den Fremdwährungskrediten ein Super-GAU passiert, dann belastet das auch die Bausparkassen massiv", warnt Schmidinger. Die Folge wären nämlich vermehrte Versteigerungen. "Wenn dann die Preise in den Keller fallen, sind unsere Hypotheken auf den Liegenschaften auch nichts mehr wert", so der Bausparkassen-Chef.

Kombiniertes Angebot

Die S-Bausparkasse bietet ein Kombiprodukt aus Bausparen und Fremdwährungskredit an. Die Grundstruktur besteht aus einem klassischen Bauspardarlehen, kann aber flexibel mit Euro- oder Fremdwährungsfinanzierung mit einem Anteil von 25 bis 50 Prozent kombiniert werden. Die Kunden profitieren von der gesetzlich fixierten Zinsobergrenze von sechs Prozent.

Dass Bausparen attraktiv sei, bestätigt auch ein Vergleich der Notenbank: So liege der Durchschnittszinssatz der Banken im Neugeschäft bei 4,31 Prozent, bei der S-Bausparkasse sind es 2,95 Prozent. Im Bestand kommen die Kreditinstitute durchschnittlich auf 4,63 Prozent, bei der S-Bausparkasse sind es vier bis 4,25 Prozent. (cr/DER STANDARD Printausgabe, 15.07.2004)

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