Gouverneur von Mossul ermordet

15. Juli 2004, 20:26
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Islamisten drohen Ministerpräsident Allawi erneut

Bagdad - Der Gouverneur von Mossul im Nordirak, Osama Kashmula, ist am Mittwoch ermordet worden. Die Angreifer hätten eine Handgranate gegen den Wagen des Gouverneurs geworfen und auf das Fahrzeug geschossen. Dabei seien vermutlich noch zwei andere Menschen getötet worden. Der Politiker befand sich auf dem Weg nach Bagdad, als sich die Terroristen mit ihrem Wagen neben das Fahrzeug des Gouverneurs setzten und angriffen.

"Er war mit einer Sicherheitseskorte aus vier Fahrzeugen auf dem Weg nach Bagdad, als die Angreifer mit ihrem Wagen auf die Höhe seines Autos aufholten, eine Handgranate warfen und dann auf seinen Wagen schossen", sagte ein Vertreter des Innenministeriums in Bagdad, der nicht genannt werden wollte. Extremisten und Aufständische haben wiederholt Repräsentanten der neuen irakischen Ordnung angegriffen. Die Gruppe um Al Zarkawi hat sich zu zahlreichen Attentaten bekannt.

Bereits am Dienstag wurde in der Hauptstadt ein Beamter des Handelsministeriums erschossen. Bewaffnete Männer eröffneten aus einem Auto heraus das Feuer auf Sabir Karim, als dieser sein Büro verließ, wie ein Ministeriumssprecher am Mittwoch mitteilte. Karim ist bereits das zweite Mitglied der Übergangsregierung, das ermordet wurde: Vor knapp zwei Wochen wurde der Abteilungsleiter im Finanzministerium, Ehsan Karim, bei einem Bombenanschlag getötet.

Der Islamist Abu Mussab Al Zarkawi drohte dem irakischen Ministerpräsidenten Iyad Allawi erneut mit einem tödlichen Attentat. In einer am Mittwoch im Internet verbreiteten Erklärung bekräftigte Al Zarkawi sein Ziel, den Chef der irakischen Übergangsregierung zu ermorden. "Wir werden dich treffen, Allawi", hieß es darin. "Es ist dir gelungen, den Todesraketen, die kürzlich auf dein Haus regneten, zu entkommen. Aber wir haben, so Gott will, mehr davon auf Lager." Allawis Haus in Bagdad war Anfang des Monats beschossen worden. "Wir werden nicht zulassen, dass du Frieden erlebst, du Feind Gottes", hieß es in der Erklärung weiter, die das Datum 8. Juli trägt.

Der aus Jordanien stammende Al Zarkawi gehört zu den meistgesuchten Extremisten im Irak und seine Gruppe hat drei ausländische Geiseln - einen US-Bürger, einen Südkoreaner und einen Bulgaren - vor laufenden Kameras enthauptet. Die USA haben auf seinen Kopf 25 Millionen Dollar (20,2 Mill. Euro) gesetzt. Am Vormittag waren zudem bei einem schweren Bombenanschlag in Bagdad elf Menschen getötet und 30 verletzt worden. (APA/dpa/AP)

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