Taiwans Notebook-Fabriken bluten aus

22. Juli 2004, 10:54
posten

Produktion hat sich nach China verlagert

Die großen Notebookhersteller Taiwans wie Quanta, Compal oder First International wollen einen erheblichen Teil der Arbeitsplätze in ihren taiwanesischen Produktionsstätten reduzieren und die Arbeiter entweder in Frührente schicken oder sie in anderen Betriebsteilen einsetzen. Grund für diese Entwicklung ist die steigende Produktion in den billigeren chinesischen Werken.

1.500 Arbeitsplätze

Wie das asiatische Branchenportal DigiTimes am Mittwoch, unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, sind unter anderem bei Quanta 1.500 Arbeitsplätze der Fabrik im nordtaiwanesischen Linko betroffen. Sie sollen in anderen Geschäftsbereichen wie der im Ausbau befindlichen TFT-LCD-Fabrik oder im Ausland eingesetzt werden. Nach Angaben von Analysten werden die chinesischen Werke in der zweiten Hälfte dieses Geschäftsjahres bereits für 80 Prozent der gesamten Quanta-Produktion verantwortlich sein.

90 Prozent der Produktion in China

Wie Quanta plant auch Compal die Reduzierung von Arbeitskräften in seinen taiwanesischen Produktionsstätten. Insgesamt 400 Arbeiter sollen in anderen Compal-Sparten eingesetzt werden. Compals chinesische Werke sollen im laufenden zweiten Halbjahr 2004 sogar schon für 90 Prozent der Produktion verantwortlich zeichnen. First International wird 100 Arbeiter seiner Fabrik in Linkou entlassen und 200 Angestellte aus dem R&D-Bereich in die Konzernzentrale nach Taipeh holen.

Aufatmen

Taiwans Halbleiterbranche kann dagegen nach der Entscheidung Chinas, die Nachlässe für die inländischen Chiphersteller zu streichen, aufatmen. Dadurch entfällt einer der Hauptgründe für ausländische Chiphersteller, ihre Produktion nach China zu verlagern. Taiwanesische Hersteller werden nun verstärkt Aufträge, die sie an chinesische Fabriken vergeben hatten, ins eigene Land zurückholen, berichtet ChinaTechNews.(pte)

Share if you care.