US-Truppen kündigen neue Offensive vor Afghanistan-Wahlen an

15. Juli 2004, 19:11
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Sicherheitslage weiter verschlechtert

Kabul - In Anbetracht der schlechten Sicherheitslage in Afghanistan haben die US-Streitkräfte eine neue Offensive vor der für den 9. Oktober geplanten Präsidentenwahl angekündigt. Die Operation "Lightning Resolve" (Blitzschnelle Entschlossenheit) solle ein sicheres Umfeld für den Fortgang der Wählerregistrierung schaffen, sagte US-Armeesprecher Jon Siepmann am Dienstag in Kabul. Einzelheiten zur Offensive wollte er nicht nennen.

Anhänger des durch die US-Invasion 2001 gestürzten Taliban-Regimes haben gedroht, die Wahlen mit Anschlägen zu verhindern. Sie haben wiederholt systematische Wahlsabotage angekündigt und ihre Landsleute, die von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen sollten, mit dem Tod bedroht. Eine Wahlregistrierung sei "gleichbedeutend mit Versklavung durch die USA", hatten die Taliban erklärt.

Sicherheitslage verschlechtert

Trotz zahlreichen US-Operationen hat sich die Sicherheitslage in den vergangenen Monaten deutlich verschlechtert. Bisher haben sich nach Angaben der Regierung in Kabul 6,6 der schätzungsweise 10,5 Millionen Wahlberechtigten registrieren lassen. Nach einer Umfrage der Stiftung "Asia Foundation", die zur Vorbereitung der Wahlen mit der Wahlkommission und den Vereinten Nationen zusammenarbeitet, wollen 18 Prozent der Männer ihren Frauen die Stimmabgabe untersagen.

Der mächtige nordafghanische Kriegsherr Atta Mohammad kritisierte unterdessen die Entscheidung, die Parlamentswahl unter anderem wegen der Sicherheitslage um sechs Monate auf April zu verschieben. Er verstehe nicht, wieso die Sicherheitslage für Parlamentswahlen zu schlecht sei, wenn sie für die Präsidentenwahlen offenbar ausreiche, sagte er. Ursprünglich hätten beide Wahlen bereits im Juni und dann im September stattfinden sollen. Die Europäische Union ist zunehmend besorgt über die Beziehungen des afghanischen Präsidenten Hamid Karzai zu Kriegsherren (Warlords). (APA/dpa/AP)

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