Nach Auftaktpleite: "Nicht mein GAK"

19. Juli 2004, 14:07
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Aufsteiger Tirol feierte - Kickender Sportmanager Hörtnagl: "Jeder ist über seine Grenze gegangen"

Innsbruck - Nach dem sensationellen Start der T-Mobile-Bundesliga "brannte" der Innsbrucker Tivoli-Neu in gewohnter Manier, beim regierenden Meister GAK hieß es hingegen nach dem 0:1 gegen den Aufsteiger "Wunden lecken". "Das war nicht mein GAK", stellte Meistermacher Walter Schachner zerknirscht fest. "Schoko" wusste genau, warum die dieses Mal herz- und leidenschaftslosen Grazer einen klassischen Fehlstart hingelegt haben: "Zu wenig Einsatzbereitschaft, keine Zweikampfe gewonnen. Da kann man einfach nicht siegen."

Gänsehaut in Tirol

Die Innsbrucker feierten hingegen nach zwei Jahren Regionalliga und Erste Liga mit den 11.400 Fans am Tivoli ihr furioses Comeback euphorisch. "Ich habe eine Gänsehaut bekommen", meinte Innsbrucks Neo-Manager Mario Weger. Mittendrin stand Alfred Hörtnagl, der spielende Sportchef des Aufsteigers, der erfolgreich in seine 20. Saison als Fußball-Profi ging.

Hörtnagl stellte nicht nur die neue Wacker-Mannschaft zusammen, verhandelte die Verträge mit den Spielern, sondern führte seine Kollegen auch auf dem Feld zum Sieg. Gratulationen zu seiner Topleistung wehrte Hörtnagl aber ab. "Stolz entspringt dem Ego, ich will jetzt nicht stolz sein", philosophierte das Tiroler Urgestein. "Es war ein Erfolg der gesamten Mannschaft. Jeder von uns ist über seine Grenze gegangen."

"Koejoe ist ein Torjäger"

Auch Wacker-Trainer Helmut Kraft, dessen Verein mit einem Sparbudget von 3,6 Millionen Euro in die Saison ging, sprach von einer "Topleistung meiner Truppe". Die schwachen Testspielresultate hinterließen bei den Grün-Schwarzen keinerlei Folgen. "Wir haben uns durch die verkorkste Vorbereitung nicht rausbringen lassen." Kraft glaubt, dass Goldtorschütze Koejoe noch einige Volltreffer abliefern wird: "Koejoe ist ein Torjäger, ein Strafraumspieler, der von seinen Mitspielern lebt. Wenn die Bälle kommen, wird er auch in der Bundesliga seine Tore machen."

Bei den Grazern agierten hingegen fast alle Spieler unter ihrem Niveau, nur der bosnische Neuzugang Alen Skoro bäumte sich gegen die Niederlage auf. Mit ihm scheint der GAK eine Top-Verpflichtung gemacht zu haben.(APA)

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