Wiener WUK droht Finanzdesaster

18. Juli 2004, 18:11
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Verein soll Sanierung selbst vorantreiben

Wien - Das Wiener Werkstätten- und Kulturzentrum (WUK) steht laut einem Bericht der Tageszeitung "Kurier" vor einem Finanzdesaster. Laut ORF-Radio Wien soll das Minus 350.000 Euro betragen. Im vergangenen Jahr wurde ein Umsatz von 6,9 Mio. Euro erwirtschaftet. Die Einrichtung, die von der Stadt Wien jährlich mit 1,1 Mio. Euro bezuschusst wird, hat seit Februar einen neuen Vorstand. Unter der Leitung von Sintayehu Tsehay wurde die Misere nun offenbar. Noch bei seiner Bestellung im Februar zeigte sich Tsehay optimistisch: "Die Zukunft des WUK sieht grundsätzlich gut aus. Wir haben das Haus in den letzten Jahren vor allem finanziell abgesichert."

Mitvertrag vor Verlängerung

Es wurde "einfach zu viel für Kulturprojekte ausgegeben", hieß es im Büro des zuständigen Kulturstadtrates Andreas Mailath-Pokorny. Man betonte, mit dem Verein in Gesprächen zu stehen, schloss aber eine Sonderzahlung zur Behebung der Finanzmisere aus: "Das wäre ein falsches Signal". Man sei aber zuversichtlich, dass der Verein von sich aus ein Sanierungskonzept vorlege. Dann stünde einer erneuten Verlängerung des dreijährigen Mietvertrages, der 2005 ausläuft, auch nichts im Wege.

Das WUK in seiner jetzigen Form besteht seit beinahe 25 Jahren. 1855 zunächst als Lokomotivfabrik errichtet, beherbergte es bis 1979 das "Technologische Gewerbemuseum" (TGM). Nach einigen Wirren um die Zukunft oder den Abriss des Gebäudes, wurde es bis 1982 zum heutigen Werkstätten- und Kulturzentrum umgebaut, wozu neben einer Fahrrad-Selbstreparatur-Werkstatt und einem Kinderhaus auch Lesungen und andere Veranstaltungen gehören.

Auf 12.000 Quadratmetern sind rund 130 Gruppen aktiv, die sich Tanz und Theater widmen, Kindergruppen und Seniorenzentren. Legendär sind mittlerweile außerdem die zahlreichen WUK-Feste. (APA)

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