Kinderpornos: Priesterseminarist angeblich ausgeforscht

14. Juli 2004, 19:08
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Ermittlungsergebnisse "erstaunen" Staatsanwalt - Kirchenamtsanwärter nicht geständig

Wien - Bei den Ermittlungen um das St. Pöltner Priesterseminar hat es offenbar einen ersten Fahndungserfolg gegeben. Nach Angaben von Sicherheitsdirektor Franz Prucher konnte jener Priesteramtsanwärter ausgeforscht werden, der sich aus dem Internet Kinderporno-Bilder heruntergeladen haben soll.

Die neuesten Erkenntnisse sorgten jedochauch bei den Ermittlern für Verwirrung. "Erstaunt und überrascht" zeigte sich Staatsanwalt Walter Nemec ob der Statements von Sicherheitsdirektor Franz Prucher im Wochenmagazin News. Er hatte bekannt gegeben, dass jener Priesterseminarist, der die Kinderporno-Bilder aus dem Internet heruntergeladen hatte, ausgeforscht sei. Nemec: "Es ist erstaunlich, dass er (Prucher, Anm.) das sagt, bevor er es uns mitteilt".

Es gebe interne Regeln und Vereinbarungen, wie etwa einen Medienerlass. Dieser sehe laut Nemec vor, dass nur noch ein Sprecher den Medien für Auskünfte zur Verfügung stehen solle - in diesem Fall eben Nemec selbst. Denn: "Schließlich fehlt Prucher die Verbindlichkeit, die Beurteilung der Ermittlungen sowie die Bewertung der Beweislage. Wenn er sagt, dass diese 'erdrückend' seien, dann ist das seine ganz persönliche Meinung."

33-jähriger Priesterseminarist

Der 33-jährige Priesterseminarist der die Kinderpornos angeblich heruntergeladen hat, wurde am Dienstag einvernommen, berichtete Sicherheitsdirektor Franz Prucher dem Magazin.

Fotos gemacht

Es handle sich dabei um jenen Mann, der auch die zweideutigen Fotos von der "so genannten Weihnachtsfeier" gemacht haben soll. Der unter Verdacht stehende Priesteramtsanwärter sei nutr teilweise geständig", so Prucher: "Nach unserem Ermittlungsstand hat er die Fotos heruntergeladen und andere Seminaristen haben diese bei ihm angesehen. Er gesteht bislang lediglich, dass er jene Fotos, die Ex-Regens Küchl in Umarmung zeigen gemacht hat." Diese Fotos stammen von einer Digitalkamera, die im Zimmer des Beschuldigten gefunden wurde.

In einem ausführlichen Interview nahm auch Ex-Regens Ulrich Küchl nochmals zu den Vorwürfen gegen ihn Stellung. Über jene Fotos, die ihn mit einem Seminaristen zeigen, sagte Küchl: "Es ist auf den Fotos nicht zu sehen ob die Hand auf oder vor dem Hosenlatz ist. Ich meine sie ist vor dem Hosenlatz." Und weiter: "Ich werde weiterkämpfen. Es bleibt mir ja nichts anderes über - soll ich mich vielleicht auf den Mond schießen lassen." (APA)

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