Prinz-von-Asturien-Preis an Paco de Lucía

20. Juli 2004, 12:49
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Einer der alljährlichen acht "spanischen Nobelpreise" geht an den Flamenco-Erneuerers

Oviedo - Der Flamenco-Gitarrist Paco de Lucía erhält den Prinz-von-Asturien-Preis der Künste. Der 56-jährige Meister habe jenseits aller musikalischen Grenzen und Stilrichtungen mit den sechs Saiten seines Instruments all das ausgedrückt, was einen universellen Musiker ausmache, begründete die Jury im nordspanischen Oviedo am Mittwoch ihre Entscheidung. Die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung gilt als "spanischer Nobelpreis" und wird alljährlich in acht Sparten vergeben.

Zwischen zwei Gewässern

De Lucía, der mit bürgerlichem Namen Francisco Sánchez Gómez heißt, stammt aus dem andalusischen Algeciras und gilt als großer Erneuerer des Flamenco. Auf der Suche nach neuen musikalischen Horizonten verband er diesen anfangs mit brasilianischen Klängen, wagte dann die Fusion mit dem Jazz. Seine Aufnahmen mit John McLaughlin und Al Di Meola ("Friday Night in San Francisco") oder Chic Corea gingen in die Musikgeschichte ein. Er spielte aber auch klassische Stücke spanischer Meister wie Albéniz oder Falla. Von den Flamenco-Puristen ist er dafür immer wieder angefeindet worden.

Der "Flamenco-Gott", wie ihn dagegen seine Verehrer nennen, wuchs in armen Verhältnissen auf. Sein Vater war ein mittelmäßiger Gitarrist, der aber das Talent seiner Kinder erkannte. Paco war der Begabteste. Schon als Kind übte er zehn Stunden am Tag, als Zwölfjähriger verdiente er bereits mit ersten Auftritten Geld, und als Teenager tourte er mit einer Flamenco-Gruppe durch die USA. 1964 folgte das erste Solo-Album. Der internationale Durchbruch gelang De Lucía zehn Jahre später mit der Rumba "Entre dos aguas" (Zwischen zwei Gewässern). 1981 führte er das Sextett mit Flöte, elektrischem Bass und Percussion als Flamenco-Ensemble ein. (APA/dpa)

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    Paco de Lucía

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