Israel: Koalitionsgespräche auch mit Ultraorthodoxen

14. Juli 2004, 15:02
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Offizielle Verhandlungen sollen am Sonntag beginnen

Jerusalem - Der israelische Regierungschef Ariel Sharon hat eine ultraorthodoxe Partei zu Koalitionsverhandlungen eingeladen. Der Likud-Premier habe das Angebot an das Vereinigte Thora-Judentum am Mittwoch offiziell ausgesprochen, teilte Sharons Büro in Jerusalem mit. Die Verhandlungen sollten am Sonntag beginnen. Am gestrigen Dienstag hatte die Arbeiterpartei das Angebot Sharons zu Koalitionsgesprächen angenommen. Sollte Sharon zu einer Einigung mit dem Vereinigten Thora-Judentum kommen, dürfte die säkulare Shinui-Partei von Vizepremier Tommy Lapid das Regierungsbündnis verlassen.

Laut einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage würde eine Koalition von Likud und Arbeiterpartei ohne die religiösen Parteien bei 54 Prozent der Israelis auf Zustimmung stoßen. In der Vergangenheit hatten die Ultraorthodoxen politische Posten hauptsächlich dazu genutzt, finanzielle Unterstützung für ihre Klientel zu sichern. Israelische Medien berichteten am Mittwoch, Sharon wolle auch die orientalisch-religiöse Shas-Partei in die Regierung holen. (APA/AP)

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