Illegales Heim für Asylwerber in Wien von Polizei geräumt: Kein Gewerbeschein

16. Juli 2004, 16:05
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Zwei Festnahmen wegen Verdacht auf Drogenhandel - 100 Polizisten und Wega-Beamte waren im Einsatz

Wien - Die Polizei und das Büro für Sofortmaßnahmen im Magistrat haben am Mittwoch ein Haus in der Redtenbachergasse in Hernals geräumt, in dem ein illegales Quartier unter anderem für Asylwerber betrieben worden sein soll. Laut Polizei kam es zu zwei Festnahmen wegen des Verdachts auf Drogenhandel. Es wurden zirka 100 Kugeln mit Heroin, Kokain und Marihuana gefunden.

Rund 100 Polizisten und Wega-Beamte waren im Einsatz. Das Haus sei ohne Gewerbeschein als Beherbergungsbetrieb genutzt worden, erläutert Ernst Graf, Leiter des Büros für Sofortmaßnahmen.

80 im Ersatzquartier

Insgesamt wurden im Heim 80 Personen vorgefunden, 53 waren Asylwerber. "Wichtig ist, dass keine der Personen jetzt obdachlos ist", betont Graf, alle wurden in Ersatzquartieren untergebracht. Laut Graf wurde das Heim geräumt, um die Sicherheit der Bewohner gewährleisten zu können. Schließlich würden für einen gewerblichen Beherbergungsbetrieb strenge Sicherheitsauflagen und Brandschutzvorschriften gelten.

Keine Förderungen

Das Heim, das seit zehn Jahren ohne staatliche und kirchliche Unterstützung auskommt, war schon des Öfteren Schauplatz von Razzien. So wurde im November 2003 eine zehnköpfige Bande zerschlagen, die das Heim laut Polizei als "Verteilerzentrale für Großmengen" genutzt hatte.

Auch die Gerichte hatte das Wohnhaus bereits beschäftigt: Die stellvertretende Bezirksvorsteherin von Wien-Hernals, Veronika Matiasek (FP), hatte im Vorjahr das Haus als "Zentrum und Drehscheibe eines schwunghaften Drogenhandels" bezeichnet. Die Heimleiterin klagte auf üble Nachrede. Matiasek wurde im April freigesprochen. (APA)

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