Islamisten töten bulgarische Geisel

15. Juli 2004, 13:51
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Regierung in Sofia bestätigt Ermordung - Zweiter Entführter soll innerhalb von 24 Stunden hingerichtet werden

Dubai - Die Gruppe des Al-Kaida-Verbündeten Abu Mussab al Zarqawi hat einem Fernsehbericht zufolge eine ihrer beiden bulgarischen Geiseln getötet. Die bulgarische Regierung bestätigte den Tod eines der beiden Männer. Die islamistischen Terroristen drohten zudem damit, auch ihre zweite Geisel nach Ablauf von weiteren 24 Stunden zu töten, berichtete der arabische Sender Al Jazeera weiter.

Auch im Fall eines verschleppten Ägypters drohten die Entführer Al Jazeera zufolge mit der Ermordung ihrer Geisel binnen 72 Stunden. Die Geiselnehmer verlangen in diesem Fall, dass die saudiarabische Firma, für die der ägyptische Fahrer tätig ist, sich aus dem Irak zurückzieht. Nach Angaben der Firma haben sie außerdem eine Million Dollar (808.277 Euro) Lösegeld verlangt.

Al Jazeera sendet Video von Enthauptung nicht

Dem Sender liege ein Videoband von der Hinrichtung des Mannes aus Bulgarien vor, die Station habe es aber nicht gesendet, hieß es in dem Fernseh-Bericht. Al Jazeera zeigte aber Aufnahmen von drei maskierten Männern, vor denen einer der beiden Bulgaren mit verbundenen Augen und in einem orangefarbenen Overall kniet. Die Gruppe fordert die Freilassung irakischer Gefangener durch die USA und hat bereits zwei Geiseln aus den USA und Südkorea vor laufender Kamera enthauptet. Die USA haben auf Zarqawis Kopf eine Belohnung von 25 Millionen Dollar ausgesetzt.

Regierung in Sofia bestätigt Ermordung

"Ich kann bestätigen, dass einer der beiden Bulgaren hingerichtet wurde", sagte ein bulgarischer Regierungssprecher in der Nacht in Sofia. Zarqawis Gruppe Tauhid und Dschihad hatte am vergangenen Donnerstag eine Frist von 24 Stunden für die Erfüllung ihrer Forderungen gesetzt. Andernfalls würden die beiden Bulgaren getötet. Die bulgarische Regierung hatte an die Entführer appelliert, das Leben der beiden Männer zu verschonen, einen Abzug ihrer rund 470 Soldaten aus dem Irak aber abgelehnt. Die Bulgaren sind im südirakischen Kerbela stationiert.

Bei den beiden bulgarischen Geiseln handelt es sich um Lastwagenfahrer, die auf einem Transport von Fahrzeugen aus Bulgarien in die nordirakische Stadt Mossul waren, als sie am 27. Juni verschwanden. Bulgarischen Angaben zufolge ist der eine der beiden 30 Jahre alt, der zweite 32 Jahre. Sie seien einfache Arbeiter und nicht in politischem Einsatz im Irak.

Zarqawi stammt aus Jordanien und hat sich mit seiner Gruppe auch zu zahlreichen Angriffen auf die im Irak stationierten ausländischen Truppen bekannt.

Eine unbekannte Gruppe mit dem Namen Khalid bin Walid Corps der Islamischen Armee hält derzeit auch einen Lastwagenfahrer von den Philippinen als Geisel fest und hat mit seiner Enthauptung gedroht, wenn der asiatische Verbündete der USA nicht seine kleine Gruppe von 51 Aufbauhelfern aus dem Irak zurückruft. Das Land hat einen baldigen Abzug der Helfer inzwischen angekündigt, nannte aber keinen Termin. (APA/Reuters)

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Al Jazeera

(englisch)

  • Artikelbild
    foto: al jazeera
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