US-Wirtschaft voll in Fahrt

28. Juli 2004, 13:07
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Geringeres Defizit in der Handelsbilanz: Neuer Exportrekord

Washington - Das Defizit in der US-Handelsbilanz hat sich im Mai überraschend verringert, da die Belebung der Weltwirtschaft und der schwache Dollar die Exporte auf neue Rekordhöhen steigen ließen.

Der Fehlbetrag lag den Angaben des Handelsministeriums zufolge bei rund 46 Mrd. Dollar (37,2 Mrd. Euro), nach 48,1 Mrd. Dollar im Vormonat. Das Handelsbilanzdefizit ist damit erstmals seit sechs Monaten wieder geschrumpft, obwohl zugleich die Erdölpreise auf den höchsten Stand seit fast 22 Jahren gestiegen waren und damit die Importe ebenfalls auf Rekordhöhen getrieben hatten.

Prognosen angehoben

Der verbesserte Außenhandelsbeitrag zum Bruttoinlandsprodukt könnte Analysten dazu veranlassen, ihre US-Wachstumsprognosen für das zweite Quartal anzuheben. Der Dollar zog nach Vorlage der Daten zum Euro etwas an. Die Exporte stiegen um fast drei Prozent auf den höchsten jemals erreichten Wert von 97,1 Mrd. Dollar.

Ausländische Unternehmen kauften vor allem mehr Investitions- und Industriegüter - von Flugzeugen über Maschinen und Computer bis hin zu Bohrausrüstungen. Auch der Export von Autos und Autoteilen zog deutlich an. Die Einfuhren stiegen ebenfalls auf einen Rekordwert von 143,1 Milliarden Dollar, getrieben vor allem vom Rekord-Ölimport von 10,5 Milliarden Dollar.

Mit der EU verringerte sich das Defizit deutlich von 9,5 Milliarden Dollar auf rund acht Mrd. Dollar. Ungeachtet der Entwicklung im Mai dürfte das Defizit im gesamten Jahr die Rekordmarke von 496,5 Milliarden Dollar aus dem Jahr 2003 noch übertreffen. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres lag das Defizit bei 231 Mrd. Dollar und damit über dem Vorjahreswert von 208,7 Mrd. Dollar. (Reuters, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14.7.2004)

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