"Masterplan Prater": Zähe Arbeit hinter den Kulissen

24. Juli 2004, 09:58
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200 Attraktionen sind im Talon der Praterplaner - Altwiener Flair mit Hightech im Hintergrund soll Besucher anlocken

Jetzt wird um Flächenwidmungen und Grundstücke verhandelt, tagen Arbeitsgruppen, um die künftige Gestaltung des Praters im Detail zu besprechen, wird ein Zeitplan erarbeitet, wie das alles bis 2008 umzusetzen ist.

Grete Laska, Vizebürgermeisterin der SP und für die Umsetzung des Praterkonzepts politisch verantwortlich, berichtet, das mit der Sanierung des Pratergeländes, wie zum Beispiel neue Wege oder ansehnliche Toiletten, frühestens im Laufe des nächsten Jahres begonnen werden kann. Außerdem muss die bisherige Praterverwaltungsgesellschaft umorganisiert werden. Sie bekommt neue Aufgaben auferlegt. Statt bisher um reine Verwaltung, geht es um die Umsetzung des "Masterplan Prater", der Ende April unter großem medialem Getöse präsentiert worden ist.

Heftiges Feilschen im Hintergrund

Im Prater kreisen die Ringelspiele wie eh und je, und man könnte meinen, der Masterplan ist - wie ein Dutzend Sanierungskonzepte zuvor - schon wieder schubladisiert. Aber im Hintergrund ist heftiges Feilschen ebenso angesagt, wie ein taktisches "Ich weiß von nichts", um die jeweiligen Karten in den laufenden Verhandlungen nicht auf den Tisch legen zu müssen.

Das ist für den einen oder anderen Praterunternehmer deshalb wichtig, weil jeder, der subjektiven Wahrnehmung gemäß, seine Rolle als wichtiges Element in dem Vergnügungspark gewahrt wissen will. Denn es gibt einige Projekte, wie etwa die angedachte Seilbahn, die einmal quer durch das Gelände führen soll, von der mehrere Buden-und Spielbesitzer betroffen sind. 200 neue oder wiederzubelebende Attraktionen sind im Talon der Praterplaner. Der Platz um das Riesenrad soll neu gestaltet werden werden. Es gibt den Vorschlag, dort die ehemalige Holzwasserrutsche wieder zu errichten. Es soll Altwiener Flair mit Hightech im Hintergrund Tausende neue Besucher anlocken, sagte damals der französische Unterhaltungsexperte Emanuel Mongon, als er die Ideen im Masterplan präsentierte.

Stimmung schwankt

Hört man sich unter den Praterunternehmern um, schwankt die Stimmung zwischen "Aufbruch" und "Bewahren", manchmal ist "vom lieber verhindern" die Rede. Bei der Präsentation im April "ist viel in der Theorie gesprochen worden, aber bis heute haben wir keine Unterlagen bekommen", behauptet Alexander Meyer-Hiestand, Pressesprecher des Praterverbandes. Ist Informationsbeschaffung nicht auch eine Holschuld? "Ja, wir haben es ja per E-Mail versucht." Vizebürgermeisterin Laska weist diese Vorwürfe zurück, sie selber sei mit den Praterunternehmern schon Stunden zusammengesessen, um Details zu besprechen. Es gebe aber auch Praterwirte, vor allem der jüngeren Generation, die sich in den Arbeitsgruppen engagieren, "weil sie wissen, dass sich im Prater etwas ändern muss". (Andrea Waldbrunner/DER STANDARD; Printausgabe, 14.6.2004)

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    Im Prater dreht sich alles wie gewohnt, aber im Hintergrund wird versucht, ihn attraktiver zu machen. Der "Masterplan" soll 2008 umgesetzt sein.

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