FC Superfund und die Fankultur

14. Juli 2004, 21:32
14 Postings

Die Paschinger Fußballer, in der Vorjahrsabrechnung Dritte, treten beim SV Salzburg an - Das Team hat sich an einigen Positionen verstärkt und wird als Außenseiter im Titelkampf gehandelt

Wien/Pasching - "Das sind die üblichen Nettigkeiten. Und für uns ist das ein bisserl Ehre." So kommentiert Georg Zellhofer, Trainer des FC Superfund, die Aussagen seiner Kollegen, die die Paschinger zu einem Mitfavoriten im Titelspiel stempeln. "Ich wehr' mich ja gar nicht, spiel' das Spielchen mit, aber wenn ich es realistisch sehe, dann ist es schon starker Tobak." Immerhin wurde der FC Superfund in der vergangenen Saison Dritter. "Da haben wir über dem Limit gespielt," sagt Zellhofer, und wenn er es realistisch sieht: "Wir haben den Plafond erreicht." Die Konkurrenz, also Austria, GAK, Rapid, sei mit anderen Mitteln, mit anderen Umfeldern gesegnet wie Pasching.

Der FC Superfund beginnt die Meisterschaft heute auswärts beim SV Salzburg. Die jüngere Historie ehrt die Oberösterreicher schon wieder. Zuletzt verloren sie ein Auswärtsspiel im September 2003, in der vergangenen Saison gewannen sie sämtliche vier Partien gegen Salzburg. Zellhofer: "Im Vorjahr sind sie uns gelegen, aber die heurige Mannschaft ist mit der alten nicht zu vergleichen." Auch die Paschinger verstärkten sich dem Papier nach ordentlich. Beispiele: Goalgetter Edi Glieder kam von Schalke zurück, Thomas Flögel von der Austria, Nino Bule vom kroatischen Team.

Platzhirsch LASK

Trotz der Erfolge rannten die Fans zuletzt den Paschingern nicht gerade die Waldstadiontore ein. Im Vorjahr kamen im Schnitt 3760 Menschen zu den Heimspielen. "Leider kann man uns nicht mit dem burgenländischen Kultklub Mattersburg vergleichen. Sogar in der zweiten Liga kamen dort die Massen. Sogar als wir dort spielten." In Oberösterreich sei eben der LASK der Platzhirsch, wenn der aufsteigen würde, hätte er sofort 10.000 Zuschauer.

Doch die Paschinger steigerten das Interesse an sich selbst im Frühjahr im Vergleich zum Herbst. "Wie haben die Eintrittspreise drastisch gesenkt, das hat funktioniert. 5000 gegen Sturm, 7000 gegen Rapid, für uns war das super. Jetzt beginnt endlich so was wie Fankultur in Pasching." Die Einnahmen seien zwar wegen der Preisreduzierung gleich geblieben, aber die Stimmung ist viel besser geworden. "Für uns war das vorher oft frustrierend, vor den leeren Rängen zu gewinnen, schließlich ist der Erfolg ja schon länger da", gesteht der Niederösterreicher Zellhofer, der mit einer Auszeit (Kreuzbandriss) seit 1996 und der Zeit in der 2. Landesliga Trainer in Pasching ist.

Ist der Name FC Superfund hilfreich in Sachen Fankultur? "Wir mussten diesen Weg gehen. Aus finanziellen Gründen. Lieber ein guter Sponsor als kein Geld. Es wäre sonst sicher nicht weitergegangen hier mit dem Spitzenfußball. Jetzt wissen eh alle, wo Pasching liegt." Vor den Toren von Linz. (DER STANDARD, Printausgabe, Mittwoch, 14. Juli 2004, Benno Zelsacher)

  • Artikelbild
Share if you care.