CDU und CSU lassen nicht locker

20. Juli 2004, 12:28
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Deutschlands Konservative wollen die Rechtschreibreform rückgängig machen - trotz zwangsläufiger Kosten und Verwirrung der Schüler

Berlin - Die CDU/CSU will in Deutschland die Rechtschreibreform rückgängig machen. Mehrere Ministerpräsidenten der Union sowie die bildungspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Katherina Reiche, treten für die Rücknahme der Reform ein. Zurückgewiesen wird die Forderung hingegen von der Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Doris Ahnen (SPD), die vor einer Verunsicherung von Lehrern und Schülern warnte.

Die Regierungschefs von Niedersachsen und Bayern, Christian Wulff (CDU) und Edmund Stoiber (CSU), hatten zuletzt angekündigt, die Rechtschreibreform zum Thema des nächsten Treffens der Länder-Regierungschefs zu machen. Wulff möchte die Zuständigkeit für die Rechtschreibreform der Kultusministerkonferenz entziehen und sie zur Sache der Ministerpräsidentenkonferenz machen. Auch Reiche bezeichnete die Rechtschreibreform als gescheitert. Die Kultusminister seien offensichtlich nicht in der Lage, diese zu bewältigen. Deshalb müssten jetzt die Ministerpräsidenten die Sache in die Hand nehmen und "die unsägliche Reform der deutschen Sprachregeln stoppen".

Ahnen kann dem Vorschlag Reiches nichts abgewinnen: Die Ministerpräsidenten hätten 1996 nach eingehender Prüfung der Reform zugestimmt. "Die Schulen haben mit den neuen Schreibweisen kein Problem", so die KMK-Präsidentin. "Eine Rücknahme der Reform ist nicht sinnvoll, den Schülern nicht zumutbar - ganz abgesehen von den Kosten." Sprache und Rechtschreibung entwickelten sich auch in Zukunft weiter. Die Kultusminister haben deshalb die Einsetzung eines "Rats für deutsche Rechtschreibung" beschlossen. Dabei hätten auch Kritiker der Reform ihre Mitarbeit zugesagt, sagte Ahnen. (APA/dpa)

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