Chinesischer Softwarehersteller verklagt Siemens

13. Juli 2004, 15:26
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Partner soll Sprachsoftware ohne Erlaubnis in Handy nutzen

Ein chinesischer Softwarehersteller hat den Siemens-Konzern wegen der Verletzung von Urheberrechten verklagt. Das Unternehmen Beijing Wangdao Xintong verlange von dem Münchener Konzern sechs Mio. Yuan (586.510 Euro) Schadenersatz für die unerlaubte Nutzung einer Software zur Eingabe chinesischer Schriftzeichen in einem Siemens-Handy, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf den Geschäftsführer der Firma, Zhang Yan, am Dienstag.

CL55

Demnach setzt Siemens die Software in seinem Modell CL55 ein, das auf dem chinesischen Markt verkauft wird. Allerdings fertige Siemens das Modell nicht selbst, sondern lasse es beim führenden chinesischen Handy-Bauer Bird im Auftrag bauen.

Nicht berechtigt

Bird sei auch für die Entwicklung zuständig, sagte Geschäftsführer Zhang. Das Unternehmen sei aber nicht berechtigt gewesen, die Software ohne Erlaubnis in Auftragsgeräte einzubauen. Siemens müsse deshalb einen Vertrag mit dem Software-Unternehmen unterzeichnen.

Fall bekannt

Siemens sei der Fall seit März bekannt, sagte Siemens-Mobile-Sprecherin Joyce Sun AFP. Aus Sicht des Unternehmens könne es Probleme zwischen Bird und dem Softwarehersteller geben. Siemens hatte die Aufforderung von Wangdao Xintong zurückgewiesen, zwei Yuan pro verkauftem Handy für die Nutzung des Programms zu zahlen. Das zuständige Pekinger Gericht wird laut Xinhua Ende des Monats mit Anhörungen zu dem Fall beginnen. (APA)

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