Anpfiff für die Herausforderer

14. Juli 2004, 21:32
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Austria zeigt Respekt vor Admira, Rapid mit Verletzungssorgen vs. Bregenz, Pasching zu Gast in Salzburg - Sturm empfängt Mattersburg

Wien - 24 Stunden nach dem Auftakt-Schlager Wacker Tirol - GAK startet die T-Mobile-Bundesliga am Mittwoch mit den restlichen vier Spielen der ersten Fußball-Runde durch. Erstmals im Einsatz sind die Wiener Großklubs Austria (zu Hause gegen Admira) und Rapid (auswärts gegen Bregenz), mit Spannung wird auch der Auftritt des Meisterschafts-Geheimfavoriten Pasching in Salzburg erwartet. Mattersburg-Neo-Trainer Mushin Ertugral ist mit den Burgenländern bei Sturm Graz zu Gast.

Austria mit Problemen in der Innenverteidigung gegen Admira

Der frisch gebackene Supercup-Sieger Austria muss sich nach den Ausfällen von Verlaat und Ratajczyk mit Problemen in der Innenverteidigung herumschlagen, Sportmanager Günter Kronsteiner überlegte vor dem Admira-Heimspiel zwei Varianten. Im Vorjahr kassierte der haushohe Titelfavorit in Runde eins ein 1:2 in Kärnten, nicht nur deshalb ist Kronsteiner vorsichtig. "Ich habe großen Respekt vor der Admira, sie hat im letzten Testspiel großartig gespielt. Ein gutes System mit den richtigen Leuten."

Leichte Gegner gibt es laut Kronsteiner, der den 2:0-Testspielsieg der Admiraner gegen den polnischen UEFA-Cup-Schreck Groclin Grodzisk ansprach, ohnehin in dieser Liga nicht: "Man kann gegen alle gewinnen und gegen alle verlieren." Admira hat mit Trainer Bernd Krauss die letzten zwei Frühjahrsspiele gegen Rapid und GAK gewonnen und hat in der Sommerpause ein "Rauten-System" im Mittelfeld einstudiert. "Wir wissen, dass wir gegen einen Titeltopfavoriten spielen, dementsprechend werden wir auch agieren", meinte der frühere ÖFB-Teamspieler Krauss.

Rapid bangt vor Bregenzspiel um Ivanschitz und Lawaree

Rapid, zuletzt 1996 Meister, ist seit acht Spielen (vier Siege, vier Remis) gegen Bregenz ungeschlagen, muss jedoch um den Einsatz der angeschlagenen Ivanschitz und Lawaree bangen - beide haben den Flug ins Ländle mitgemacht. "Der Saisonauftakt ist immer eine Rechnung mit zahlreichen Unbekannten, weil man weder die eigene Leistungsstärke noch jene des Gegners genau einzuschätzen vermag", ist Rapid-Feldherr Josef Hickersberger gespannt.

Für sein Bregenzer Gegenüber Regi van Acker hätte die Sommerpause ohne weiteres ein wenig länger sein können. "Das ist eine ganz neue Mannschaft, dieses Spiel kommt definitiv etwas zu früh. Wir werden aber von Woche zu Woche besser."

Salzburg mit der Angst vor einem Bauchfleck gegen Pasching

In Salzburg ist man fest entschlossen, in diesem Jahr zum Auftakt keinen Bauchfleck hinzulegen. 2002 gab es zum Auftakt vier Niederlagen in Serie, 2003 lief es mit sechs Pleiten in Folge zu Saisonbeginn sogar noch katastrophaler. Der bisher letzte volle Erfolg in einer Startrunde datiert vom 30. Juni 1999, damals besiegten die Salzburger Austria Lustenau 1:0. Gegen Geheimfavorit Pasching traut Trainer Peter Assion seiner Truppe auf Grund der überzeugenden Auftritte im Alpencup gegen Dinamo Tiflis und Besiktas Istanbul einiges zu. "Defensiv waren wir schon fast perfekt, offensiv müssen wir aber noch frecher werden. Wir haben gesehen, dass wir auch gegen einen Favoriten bestehen können", so Assion, der mit einem Remis zum Auftakt gut leben konnte.

Langsam aber sicher genervt zeigt sich Pasching-Coach Georg Zellhofer, dessen Schützlinge vor Saisonbeginn nicht nur von sämtlichen Medien in die Rolle des Co-Favoriten gedrängt wurden. "Dieses Geplänkel kennt man, aber glauben Sie mir, ich habe nach wie vor die richtigen Schuhe an. Es zählt erst dann, wenn der Schwarze in seine Pfeife pfeift." In der vergangenen Saison haben die Oberösterreicher alle vier Saisonduelle mit Salzburg gewonnen, diesmal soll Heimkehrer Edi Glieder, der allerdings am Oberschenkel angeschlagen ist, für die nötigen Treffer sorgen. Zellhofer: "Edi ist ein echter Knipser, ein Torgarant. Und noch dazu sehr bodenständig."

Sturm mit Zweck-Optimismus gegen Mattersburg

Sturm Graz hatte 2003/04 bis zur 36. und letzten Runde um den Klassenerhalt bangen müssen, diesmal soll alles anders werden. "Ich bin mir sicher, dass der ganze Verein aus der letzten Saison viel gelernt hat und wir diesmal eine bessere Rolle spielen", meinte Trainer Michael Petrovic, der mit den "Blackies" Platz sechs erreichen möchte. Rund um etablierte Kicker wie Silvestre, Neukirchner oder Haas will Petrovic im Saisonverlauf Youngsters wie Gercaliu (18) oder Mörec (21) langsam ins A-Team einfügen.

Mattersburg möchte zum Trainer-Debüt des Türken Mushin Ertugral frech aufspielen und die schlechte Auswärtsbilanz aus der Vorsaison (zwei Siege und drei Remis in 18 Spielen) vergessen machen. "Die Mannschaft hatte nicht genug Selbstvertrauen, für mich persönlich ist ein Auswärtsspiel sogar leichter. Wir müssen hingehen und selbst die Initiative ergreifen", impft Ertugral seinen Schützlingen ein. Neuzugang Rene Wagner hatte zuletzt mit ungewöhnlichen Problemen zu kämpfen. Der langjährige Rapid-Stürmer hatte sich auf Grund zu enger Schuhe eine Entzündung der Achillessehne zugezogen, in Graz wird der Tscheche aber spielen. (APA)

  • Man bespricht sich: Lars Soendergaard und Guenther Kronsteiner.

    Man bespricht sich: Lars Soendergaard und Guenther Kronsteiner.

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