Bahlsen behauptet Marktführerschaft in Österreich

20. Juli 2004, 13:05
posten

Zweitgrößter Auslandsmarkt - Umsatz bei 30 Millionen Euro stabil - 2004 wieder leichtes Umsatzplus angepeilt

Wien - Der traditionsreiche deutsche Kekshersteller Bahlsen hat in Österreich die Marktführerschaft verteidigt. "Damit haben wir uns besser als der Markt entwickelt", zeigten sich Firmenchef Werner M. Bahlsen und Österreich-Geschäftsführer Erich Nepita am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien zufrieden. Der Umsatz in Österreich halte sich mit 30 Mio. Euro "auf stabilem Niveau", womit Österreich hinter Frankreich der zweitgrößte Auslandsmarkt von Bahlsen ist. Obwohl der Konkurrenzdruck vor allem im Handel anhält, hegt man keine Sorge vor zu großer Billig-Konkurrenz am hiesigen Keksmarkt.

"Qualität spielt eine Rolle"

Die Konkurrenz seitens der Diskonter sei nach wie vor stark, in Österreich jedoch nicht in dem Ausmaß wie in Deutschland, so Bahlsen: "Die Österreicher sind im Vergleich zu den Deutschen Genießer". Der Preis sei bei österreichischen Keks-Konsumenten nicht das einzig entscheidende Kriterium, auch die Qualität spiele eine große Rolle. Der Anteil der Diskonter am Lebensmitteleinzelhandel werde daher hier zu Lande nicht so groß wie in Deutschland werden, ist der Firmenchef überzeugt. Bahlsen produziere zwar selber auch Handelsmarken, jedoch in einem "relativ geringen" Ausmaß. Daher stünden diese in keiner direkten Konkurrenz zu den eigenen Marken.

Die Bahlsen-Gruppe hat wegen des heißen Sommers und des starken Euro im vergangenen Jahr einen dreiprozentigen Umsatzrückgang hinnehmen müssen, aber dennoch ihre Marktposition gefestigt. Der Gruppen-Umsatz fiel 2003 von 551 auf 534 Mio. Euro, der Marktanteil in Deutschland liege bei 20,8 Prozent. Die Hälfte des Umsatzes macht das Familienunternehmen in Deutschland. Die Investitionsrate lag 2003 bei 15 Prozent.

"Schwieriges" Marktumfeld

Zur Ertragslage sagte Bahlsen nur, das Unternehmen sei "profitabel". Für das laufende Jahr werde ein leichtes Umsatzplus von ein bis zwei Prozent - auch für Österreich - erwartet. Das Marktumfeld sei weiterhin "schwierig", auch der Druck seitens des Handels werde bleiben, hieß es.

Durch neue Produkte und einer noch stärkeren Fokussierung des Sortiments (Vollkorn etc.) sowie Konzentration auf Kern-Zielgruppen (Familien) begleitet von höheren Investitionen soll es dennoch gelingen, die Marktanteile zu festigen. Zudem habe man sich für eine "europäische Ausrichtung des Unternehmens" entschieden und wolle dabei Schwerpunkte in den Ländern Österreich, Frankreich, Italien und Polen setzen, beschreibt Bahlsen seine Strategie.

Hoher Bekanntheitsgrad

Bahlsen könne dabei auf einen hohen Bekanntheitsgrad setzen. Rund 99 Prozent der Bevölkerung kenne die vor 115 Jahren gegründete Traditionsmarke. Neben der Marke "Bahlsen" (Ohne Gleichen, Chokini) zählen auch "Leibniz" (Butterkekse, Choco) und die österreichische Müsliriegel-Marke "Kornland" zu den drei Dachmarken des Unternehmens.

Der Keksmarkt in Österreich verbucht in Summe einen Umsatz von 78 Mio. Euro und macht damit 16 Prozent am Süßwarenmarkt gesamt aus. Bahlsen hält nach Eigenangaben einen Marktanteil am Keksmarkt von 30,6 Prozent. Im Vergleich der ersten Monate 2003/04 habe Bahlsen um 1,9 Prozent zugelegt, der Markt um 1,6 Prozent. Auch im Jahresvergleich 2002/03 sei Bahlen mit 4,3 Prozent stärker gewachsen als der Keksmarkt mit 2,8 Prozent, so Nepita. (APA)

  • Artikelbild
    foto: bahlsen
Share if you care.