Erste französische Open-Source-Lizenz

21. Juli 2004, 10:28
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Brücke zwischen französischem und US-amerikanischem Recht

Das staatliche Zentrum für Wissenschaftliche Forschung (CNRS), das nationale Forschungsinstitut für Informatik und Automatisierung (INRIA) und die französische Atomenergiekommission (CEA) haben eine eigene französische Lizenz für freie Software entwickelt. CeCILL ist zwar an die GPL (General Public License) angelehnt, soll aber die Lücken schließen, die zwischen französischem und US-amerikanischem Recht für Open-Source-Software klaffen.

HAftung

Im Gegensatz zu angelsächsischem Recht dürfen französische Anbieter zum Beispiel eine Haftung für ihre Produkte nicht komplett ausschließen. CeCILL umgeht dieses Problem, indem explizit festlegt wird, dass veröffentlichte Software nur für fachkundige Anwender gedacht ist. "Durch diesen Umweg können Softwareentwickler ihre Verantwortung gemäß französischem Recht einschränken", erklärte Gerard Giraudon vom INRIA.

Kunstwerke und Literatur

Französisches Recht behandelt Software, anders als das US-amerikanische, wie Kunstwerke und Literatur. Anders als bei diesen liegt das Copyright jedoch bei dem Unternehmen, das die Entwicklung bezahlt hat. Laut Computerwelt ist dies bei CeCILL ebenfalls berücksichtigt worden.

Mischung

CeCILL vermischt veröffentlichte Software dahingehend, dass Software, die auf der CeCiLL-lizenzierten Software basiert, unter gleichen Bedingungen bereitgestellt werden muss. CeCILL-Software darf aber auch in GPL-basierende Produkte Übernommen werden. Derivate Werke müssen hingegen wieder unter GPL gestellt werden. Laut Computerwelt sollen weitere, an französisches Recht angepasste, Open-Source-Lizenzen folgen. (pte)

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