Zweifel am Golfkriegsyndrom

19. Juli 2004, 19:42
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Laut Londoner Studie sind echte Veteranen geneigter, Krankheitssymptome zu melden - hinsichtlich der Ursachen besteht kein Konsens

London - Eine Studie der London School of Hygiene and Tropical Medicine bezweifelt die Existenz des Golfkriegs-Syndroms. Es wurden mehr als 40.000 frühere Soldaten befragt. Es zeigte sich, dass diese Veteranen geneigter waren, Krankheitssymptome zu melden. Ähnliche Symptome wurden von am Golf selbst Stationierten und jenen angegeben, die nicht vor Ort waren. Zu diesen Symptomen gehörten Stimmungsschwankungen, Gedächtnisschwund, Konzentrationsschwäche, nächtliche Schweißausbrüche, allgemeine Erschöpfung und Sexualstörungen. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem Fachmagazin BMC Public Health veröffentlicht.

Symptome häufiger bei Golfkriegsveteranen

Laut den Wissenschaftlern bestätigte die Studie, dass Golfkriegsveteranen deutlich häufiger Krankheitssymptome meldeten als Nichtteilnehmer. Das gelte für nahezu alle der untersuchten Krankheitskategorien. Es gäbe derzeit jedoch keine konsistente Erklärung für diese Diskrepanz. "Mehr als 5,6 Prozent der Soldaten, die am ersten Golfkrieg teilnahmen, glauben, dass sie am Golfkriegs-Syndrom leiden." Von den Berichten anderer Veteranen unterscheidet sie laut BBC nur, dass diese Symptome häufiger gemeldet werden.

"Das spricht gegen die Existenz eines einmaligen Golfkriegs-Syndoms." Das Verteidigungsministerium, das die aktuelle Studie finanzierte, hat die Existenz eines Golfkriegs-Syndroms immer wieder in Abrede gestellt. Selbsthilfegruppen gehen davon aus, dass rund 6.000 Golf-Veteranen seit dem Konflikt aus ungeklärten Gründen erkrankt sind. Mehr als 600 Soldaten sollen in der Zwischenzeit verstorben sein.

Neues Symptom

Die aktuelle Studie ergab, dass 61 Prozent der Veteranen seit 1990 zumindest ein neues Krankheitssymptom meldeten. Bei jenen, die nicht am Golf dienten, liegt dieser Wert bei 37 Prozent. 40 Prozent der Befragten waren sich nicht sicher, ob sie am Golfkriegs-Syndrom litten. 15,1 Prozent der Soldaten gaben Probleme mit dem Skelett und Muskeln an, 10,8 Prozent allgemeine Erschöpfung, 7,9 Prozent Gedächtnisschwund oder Konzentrationsschwäche sowie 7,6 Prozent Hautallergien. Laut den Forschern besteht kein Konsens hinsichtlich der Ursachen dieser Symptome. Sie forderten jedoch eine bessere gesundheitliche Überwachung von Soldaten. (pte)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    US-Soldaten mit Gasmaske vor dem Golfkrieg 1991.

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