Götz Spielmanns "Antares" im Wettbewerb von Locarno

20. Juli 2004, 12:38
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"Josef"-Triologie von Thomas Woschitz und Georg Mischs Doku "Calling Hedy Lamarr" in Nebenschienen vertreten

Wien - Götz Spielmanns Episodenfilm "Antares" startet beim 57. Filmfestival in Locarno (4. bis 14. August ) im Wettbewerb um den Goldenen Leoparden, wie die Austrian Film Commission (AFC) heute, Dienstag, in einer Aussendung mitteilte. Österreich ist darüber hinaus mit der "Josef"-Triologie von Thomas Woschitz in der Reihe "Filmmakers of the Present" vertreten, sowie in der Sektion "Critic's Week" mit dem Dokumentarfilm "Calling Hedy Lamarr" von Georg Misch.

"Antares", Eröffnungsfilm der heurigen "Diagonale", erzählt in drei zeitgleichen Episoden, die hintereinander gereiht und lose miteinander verbunden sind, wie die Liebe scheitert: heftig und laut oder still und langsam. Petra Morze, Hary Prinz, Andreas Patton, Susanne Wuest, Dennis Cubic und Martina Zinner spielen in dem von Lotus-Film produzierten und mit Unterstützung des Österreichischen Filminstituts, dem Filmfonds Wien und dem ORF Film/Fernseh-Abkommen hergestellte Streifen.

Weitere Österreicher

Die "Josef"-Triologie des Kärntners Woschitz besteht aus den Kurzfilmen "Tascheninhalt und Nasenbluten" (1995), "Blindgänger" (1996) und "Girls And Cars in a Colored New World" (2004). Der dritte Teil hatte im Mai in Cannes in der Sektion Semaine de la Critique seine internationale Uraufführung, in Locarno wird erstmals die komplette Trilogie von insgesamt 65 Minuten Länge gezeigt. Vier Kärntner Holzfäller träumen darin von einem neuen Leben in Kanada. Im dritten, von der Wiener Filmfirma Amour Fou produzierten Teil, erfüllt sich ihr Traum, sie verlassen ihr enges Tal Richtung Kanada, und auch der Film wechselt von schwarz-weiß auf die farbigen Weiten des Cinemascope.

Der Dokumentarfilm "Calling Hedy Lamarr" von Georg Misch begibt sich auf eine Spurensuche nach einer der schönsten und interessantesten Frauen des 20. Jahrhunderts, erzählt in einer Mischung aus konstruierten Legenden und wahren Geschichten. Der Film ist eine Produktion von Mischief Films, Hanfgarn+Ufer (D) und Lone Star Productions (UK), hergestellt mit Unterstützung vom Österreichischen Filminstitut und dem Filmfonds Wien.

Festival-Schwerpunkt Europa und Asien

Insgesamt bilden Europa und Asien den Schwerpunkt des Festivals. Im Wettbewerb sind 18 Filme aus 17 Ländern vertreten - zehn Filme stammen aus Europa, die weiteren aus Kasachstan, Iran, Indien, Hong Kong, Vietnam, Japan, den USA sowie erstmals Südafrika. Zwölf der Wettbewerbsfilme sind Uraufführungen, fünf Filme sind Erstlinge. vertreten.

Auf der Piazza Grande werden fünf Filme als Uraufführung gezeigt. Elf der insgesamt 16 Filme stammen aus Europa, vier aus den USA. Bekannte Regisseure sind etwa Patrice Leconte ("Dogora") aus Frankreich, der Deutsche Volker Schlöndorff ("Der neunte Tag") oder Nick Cassavetes ("The Notebook") aus den USA.

"Newsfront"

Drei Piazza-Filme gehören zur diesjährigen Retrospektive "Newsfront", die mit 91 kürzeren und längeren Filme aus der gesamten Welt und Filmgeschichte die Beziehung zwischen Film und Journalismus ausleuchtet.

Die Hälfte der Beiträge stammt dabei aus den USA, wobei von Melvin Le Roy, George Cukor, Alfred Hitchcock, Orson Welles oder Frank Capra über John Huston, Billy Wilder, Sam Fuller, John Ford oder Francis Ford Coppola viele US-Meisterregisseure vertreten sind.

In der Retrospektive

Die Retrospektive beginnt mit "L'affaire Dreyfus" des französischen Filmpioniers George Méliès aus dem Jahre 1899 und endet mit drei Produktionen aus diesem Jahr. Bekannte europäische Titel sind etwa Antonionis "Blow Up", Rosis "Il caso Mattei" oder Schlöndorffs "Die verlorene Ehre der Katharina Blum".

Die Schweiz ist in der Retrospektive mit Fredy M. Murers "Grauzone" vertreten. Weitere Schweizer Filme in anderen Sektionen sind etwa "Absolut" von Romed Wyder, die Dokumentation "Ferien im Duett" von Dieter Gränicher, oder "Notre musique" von Jean-Luc Godard. In den Wettbewerb schickt die Schweiz den in den USA entstandenen Erstling "Promised Land" des Tessiners Michael Beltrami, in der Jury ist sie mit dem Fotografen René Burri vertreten.

Weitere Programmpunkte

Die Sektion "Offene Türen", die die Begegnung zwischen Filmemachern eines Kulturkreises mit internationalen Produzenten ermöglichen will, ist dieses Jahr Laos, Vietnam und Kambodscha, drei Ländern des Mekong, gewidmet. Unter den 23 Beiträgen finden sich auch drei Filme des kambodschanischen Königs Norodom Sihanouk.

Die internationale Kurzfilmsektion zeigt neue Kurzfilme aus Frankreich, Belgien, Luxemburg, Quebec, französischsprachigen Ländern Afrikas und der Westschweiz. (APA)

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