Die Gewinner des Schlechtwetters: Thermen boomen

15. Juli 2004, 15:57
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Wiener Therme Oberlaa stärker frequentiert - Auch Baden und Laa an der Thaya freuen sich - Salzburger als Ausreißer

Nicht alle blasen Trübsal ob des bisher verregneten und "verkühlten" Sommers. Denn was Österreichs Freibädern zusetzt und ihnen Verluste bringt, freut die Thermen. Viele verzeichnen Besucherzuwächse - wie auch manche Hallenbäder, die zu dieser Jahreszeit sonst leer wären.

Einen spürbaren Zuwachs im Vergleich zum vergangenen Sommer vermeldet etwa die Wiener Therme Oberlaa. "Wir sind recht zufrieden, die Besucherzahlen sind sicher untypisch", so die Marketing-Verantwortliche Angela Steinkellner auf APA-Anfrage. Mit Menschen vollgepackt sei die Therme deshalb aber nicht: Zuletzt habe man am Sonntag 2.800 Besucher gezählt, der Winter-Spitzenwert liegt bei 4.500. Als spezielles Sommer-Service bietet die Therme im Juli und August täglich eine kostenlose Kinder-Animation.

Saunen rege frequentiert

Anders ist die Lage in den städtischen Hallenbädern. "Die Wiener gehen lieber zum Wirten oder zum Heurigen, sitzen drin und raunzen über das schlechte Wetter", mutmaßte Werner Schuster, Leiter der Bäder-Abteilung MA 44. Daneben dürfte nur die Sauna als Schutz vor der kühlen Witterung bestehen: "In der Donaustadt wollten wir um 18.00 Uhr schließen, wegen des intensiven Wunsches der Besucher haben wir jetzt aber wieder auf 21.30 Uhr verlängert."

Schlecht sieht die Zwischenbilanz bei den Sommerbädern der Bundeshauptstadt aus. Schuster: "Wir vermissen seit Saisonbeginn rund eine Million Badegäste", was einem Einnahmenausfall von ungefähr 1,2 Mio. Euro entspreche. "Wir haben aber auch das Pech, dass dem Jahrhundersommer des Vorjahrs ein Jahrhundertsommer im Negativen folgt", so der Bäder-Chef.

Thermen boomen

Der Mitte Juli anhaltende "Nicht-Sommer" 2004 hat für die Thermen in Niederösterreich durchaus keine Nachteile. Derartige Stellungnahmen waren am Dienstag sowohl seitens der Römertherme Baden als auch der Therme Laa a.d. Thaya zu erhalten.

"Jeder Regentropfen in diesem Sommer wirkt sich positiv auf die Besucherzahlen aus", hieß es auf Anfrage in der Einrichtung in der Kurstadt bei Wien. Beinahe gleich klingend die Aussage in Laa. Das herrschende Wetter sei für die Therme "eher positiv, am Sonntag waren wir ausverkauft" (das heißt 930 Besucher gleichzeitig in der Therme). Im Juni wurden in der Therme Laa laut Betriebsleiter Reinhold Russ 4.500 Besucher mehr als im Vergleichsmonat des vergangenen Jahres gezählt.

Der verregnete Ferienbeginn in Salzburg brachte einen "überproportional frequentierten Zulauf für alle Salzburger Schlechtwettereinrichtungen", sagte der Geschäftsführer der Salzburg Land Tourismus Gesellschaft (SLT), Leo Bauernberger, am Dienstag auf Anfrage der APA. Die SLT habe mit rund 27.000 Stück ihrer "Salzburger Landcard" seit Mai um ein Viertel mehr verkaufen können als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die beiden Salzburger Thermen, die Alpen Therme in Bad Hofgastein (Pongau) und das Heilbad in Bad Vigaun (Tennengau), verzeichneten seit Anfang Juli allerdings nicht mehr Gäste als sonst.

"Ich habe am Sonntag die Eisriesenwelt besucht. Sie war knall voll von Gästen", sagte Bauernberger. Auch das Erlebnisbad in Wagrain im Pongau würde von den verregneten Tagen profitieren. In der Alpen Therme in Bad Hofgastein, die seit ihrer Eröffnung am 25. Dezember 2003 bereits 270.000 Besucher zählt, genießen seit Anfang Juli im Schnitt 1.200 Besucher pro Tag wohliges Badevergnügen. Im Winter und im Frühjahr kamen allerdings um 200 Gäste mehr ins Thermenbad. Marketingleiterin Andrea Schwaiger zeigte sich aber mit dem angelaufenen Sommerergebnis sehr zufrieden.

Von einer eher gleich bleibenden Gästezahl in ihrer Therme sprach auch die Direktionsassistentin des Kur- und Rehabilitationszentrums von Bad Vigaun, Andrea Feichter. Sie könne nicht von einem massiven Ansturm wegen des schlechten Wetters sprechen. "Es kommen nicht mehr Tagesgäste als sonst im Juli zu uns." Das Heilbad werde ja vor allem von Stamm- und Kurgästen besucht. (APA)

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