Udo Jürgens' "Mit 66 Jahren" als rechtsextreme Hymne missbraucht

20. Juli 2004, 12:49
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Holocaust-Verharmlosung durch neuen Text - Schlager-Chansonnier wehrt sich mit Strafantrag

Berlin - Der Schlager "Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an" von Udo Jürgens (69) soll derzeit von Rechtsextremisten missbraucht werden und in umgetexteter Version den Holocaust - gelinde gesagt - verharmlosen. Auszug aus einer bereits 2003 kolportieren Version: "Mit sechs Millionen Juden, da fängt der Spaß erst an, bis sechs Millionen Juden, da ist der Ofen an ..."

Jürgens' Berliner Anwalt erklärte am Montag, der Sänger habe deshalb bei der Staatsanwaltschaft Berlin Strafantrag wegen vorsätzlicher Urheberrechtsverletzung gestellt. Jürgens habe erfahren, dass sein Schlager missbraucht werde, "um in abstoßender und infamer Weise den Holocaust zu verharmlosen und das unsägliche Leid des jüdischen Volkes während der Nazidiktatur zu verhöhnen". Die Entstellung seines Werkes solle angeblich unter der Hand auf Tonträgern verbreitet sowie auf rechtsradikalen Konzerten aufgeführt werden, hieß es.

Udo Jürgens verurteile die Verbreitung des antisemitischen und verhöhnenden Gedankengutes aufs Schärfste, "mit dem er in keiner Weise in Verbindung gebracht werden möchte". Es stelle eine grobe Beleidigung des Künstlers und der Person Udo Jürgens dar.(APA/red)

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