Von Angsthasen und Mutproben

15. Dezember 2004, 18:15
posten

Gabriele Salvatores Film "Ich habe keine Angst" zeigt natürliche Charaktere mit märchenhaftem Touch

"Du verstehst es noch nicht!" Wer kennt diesen Satz nicht aus seiner Kindheit? Michele (Giuseppe Cristano), ein Junge aus einem kleinen Dorf in Apulien, macht eines Tages eine Entdeckung, die er zu verstehen versucht.

Geheimnisvolle Suche

Völlig auf sich allein gestellt, verändern sich die Ansichten zu seinen Mitmenschen total. Das Geheimnis, dem Michele auf die Spur kommt, basiert auf einem Jungen, der in einem Erdloch festsitzt. Nach einigen Annäherungsversuchen gelingt es ihm, eine Freundschaft mit dem Jungen aufzubauen. Nach und nach stößt er auf dessen Schicksal, was heftige Konflikte mit seinem Vater und der Umwelt auslöst.

Realistisch und lebendig

Gabriele Salvatores preisgekröntes Werk "Ich habe keine Angst" wird aus der kindlichen Perspektive von Michele erzählt, wodurch der Film einen fast übertrieben märchenhaften Touch erhält, der oft ein wenig verwirrend wirkt. Durch die realistische Darstellung und Natürlichkeit der Charaktere wie auch das imposante Spiel mit Ton und Licht wird die Geschichte auf eine besondere Art lebendig. Die Bodenständigkeit der Laiendarsteller macht das Filmerlebnis natürlich.

"Ich habe keine Angst" fesselt den Zuschauer durch seine nicht anspruchslose Einfachheit und sein mediterranes Flair, welche durch atemberaubende Naturaufnahmen unterstrichen werden. Micheles Unsicherheit beweist, wie schwer es ist, in unserer Welt keine Angst zu haben.

Von Hannah Berger, Réka Tercza, Carina Matejka

Ab 23. Juli 2004 im Votivkino
Share if you care.