Hamburg leitet Ausweisung von Motassadeq und Mzoudi ein

14. Juli 2004, 16:00
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Abschiebung der Terrorverdächtigen aber nicht vor Ende der noch laufenden Prozesse

Hamburg - Die Hamburger Innenbehörde hat die Ausweisung der unter Terrorismusverdacht stehenden Marokkaner Mounir El Motassadeq und Abdelghani Mzoudi eingeleitet. Wegen ihrer "besonderen Gefährlichkeit" sei den im Zusammenhang mit den Anschlägen vom 11. September 2001 verdächtigten mutmaßlichen Terrorhelfern eine Ausweisungsverfügung zugestellt worden, teilte Innensenator Udo Nagel am Dienstag mit. Nach Auffassung der Innenbehörde gefährden die beiden früheren Elektrotechnik-Studenten die freiheitlich-demokratische Grundordnung und die Sicherheit der Bundesrepublik.

Die beiden Marokkaner müssen allerdings zunächst keine Abschiebung befürchten. Wie Nagel mitteilte, will die Innenbehörde vor einem solchen Schritt den Abschluss der noch laufenden Terrorismusprozesse gegen Motassadeq und Mzoudi abwarten.

Die beiden Marokkaner sind seit einigen Monaten wieder auf freiem Fuß. Gegen Motassadeq soll voraussichtlich am 10. August vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg ein neuer Prozess wegen der Anschläge vom 11. September 2001 beginnen. Der Bundesgerichtshof hatte die Verurteilung von Motassadeq zu 15 Jahren Haft wegen Beihilfe zum Mord an knapp 3000 Menschen und Mitgliedschaft in der Hamburger Terrorzelle aufgehoben. Mzoudi war wegen ähnlicher Vorwürfe im zweiten Hamburger El-Kaida-Prozess aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden. Über die Revision der Bundesanwaltschaft gegen dieses Urteil ist noch nicht entschieden. (APA)

  • Der Marokkaner Mounir El Motassadeq...
    foto: epa/christian charisius pool

    Der Marokkaner Mounir El Motassadeq...

  • Bild nicht mehr verfügbar

    und Abdelghani Mzoudi der Mithilfe bei den Anschlägen vom 11. September 2001 verdächtigt.

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