Ferrero-Waldner: "Professionelle Zusammenarbeit mit Fischer"

13. Juli 2004, 17:08
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Außenministerin wird Bundespräsident auch weiterhin auf Reisen begleiten - Flaggenparade für Fischer in Ungarn

Nickelsdorf - Außenministerin Benita Ferrero-Waldner will ihre Zusammenarbeit mit dem neuen Bundespräsidenten Heinz Fischer "professionell angehen". Am Grenzübergang Nickelsdorf, wo sich der Konvoi für den offiziellen Arbeitsbesuch von Bundespräsident Heinz Fischer in Ungarn sammelte, sagte Ferrero-Waldner am Dienstag vor Journalisten, sie wolle mit dem neuen Staatsoberhaupt "professionell zusammenarbeiten".

Vom ORF-Fernsehen auf ihre Wahlniederlage vom April angesprochen, wo sie als ÖVP-Präsidentschaftskandidatin angetreten und dem SPÖ-Kandidaten Fischer unterlegen war, sagte die Außenministerin: "Wenn zwei antreten, kann nur einer gewinnen." Dies verhalte sich genauso wie im Sport.

Keine gemeinsamen Reisen mit Klestil

Ferrero-Waldner hatte Bundespräsident Thomas Klestil in den letzten Jahren seiner Amtszeit nicht auf Auslandsbesuchen begleitet, auch nicht bei groß angelegten Staatsbesuchen. In der Begleitung des verstorbenen Staatschefs fanden sich Fachminister und Staatssekretäre, deren Ressorts durchwegs der Zusammensetzung der mitreisenden Wirtschaftsdelegationen entsprachen.

Am kommenden Freitag wird Ferrero-Waldner Bundespräsident Fischer auch auf dessen Kurzbesuch in die slowakische Hauptstadt Preßburg begleiten. Fischer plant noch weitere Zusammentreffen mit Amtskollegen aus Nachbarländern. Am Rande des Klestil-Staatsbegräbnisses wurden Begegnungen mit den Staatschefs Deutschlands, Horst Köhler (in Wien) und der Schweiz, Josef Deiss (in Salzburg), vereinbart, Italiens Präsident Carlo Azeglio Ciampi lud Fischer nach Rom ein. Weitere Treffen sind, wie verlautete, in Planung.

Bundespräsident Fischer auf erstem Auslandsbesuch in Ungarn

Auslandspremiere für Heinz Fischer in seiner neuen Funktion als Bundespräsident: Zu seinem ersten offiziellen Auslandsbesuch ist das österreichische Staatsoberhaupt heute, Dienstag, in Budapest eingetroffen. Fischer, der von seiner Frau Margit und von Außenministerin Benita Ferrero-Waldner begleitet wird, wurde vor dem Sandor-Palais in Budapest von Staatspräsident Ferenc Madl willkommen geheißen. Nach dem Empfang mit militärischen Ehren nahmen Fischer und Madl ihre Arbeitsgespräche auf.

Mit seiner Entscheidung, den ersten Besuch seiner Amtszeit einem östlichen Nachbarland abzustatten, will Fischer ein Zeichen setzen, dass ihm die neuen EU-Partner ein besonderes Anliegen sind. Das mit Österreich eng befreundete Ungarn hat mit neun weiteren Staaten am 1. Mai seinen Beitritt zur Europäischen Union vollzogen. Zuvor hatten österreichische Bundespräsidenten traditionell beim westlichen Nachbarn Schweiz ihren ersten Auslandsbesuch absolviert. Amtsvorgänger Thomas Klestil reiste 1992 zuerst in die Schweiz, sein erster Auslandsbesuch nach der Wiederwahl sechs Jahre später führte ihn ebenfalls nach Ungarn.

Flaggen

Der in Budapest übliche große Empfang für Staatsgäste war vor dem Amtssitz des Präsidenten angesagt: Große Flaggenparade in Rot-Weiß-Rot und Rot-Weiß-Grün, eine berittene Ehrengarde in historischen Uniformen, Abspielen der Hymnen, Abschreiten der militärischen Formationen auf dem Roten Teppich. Für Fischer, der auf eine langjährige Amtszeit als Nationalratspräsident zurückblickt, war dies Routine.

Die österreichische Delegation hatte sich am Grenzübergang Nickelsdorf/Hegyeshalom gesammelt. Der Wagen der Außenministerin traf zuerst ein, kurz darauf jener des Bundespräsidenten. Hände schütteln, große Blumensträuße für Margit Fischer und Benita Ferrero-Waldner. Dann stiegen alle in ungarische Autos um, ein stattlicher Konvoi von knapp zwei Dutzend Fahrzeugen mit Polizei und Blaulicht fuhr nach Budapest, wo kurzfristig die Autobahnzufahrt zur Stadt gesperrt wurde. (APA)

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    Fischer und Ferrero-Waldner nach der Bundespräsidenten-Wahl. Die Außenministerin und der Bundespräsident reisen künftig wieder gemeinsam.

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    Bundespräsident Fischer bei seinem ersten Arbeitsbesuch in Ungarn

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