Schnüffelsoftware: Mitarbeiter-Spionage im Kanzleramt?

15. Juli 2004, 15:36
9 Postings

SPÖ-Politiker befürchten "Einen der größten Datenschutzskandale in Österreich" - Bundeskanzleramt: Keine Spionagesoftware im Einsatz

Unter Berufung auf einen Bericht der Computerwoche und den Angaben des Geschäftsführers der Firma Protectcom, Carsten Rau, teilte die SPÖ-Parlamentsfraktion am Dienstag mit, dass das Bundeskanzleramt Bezieher von sogenannter Spionagesoftware sein soll, die darauf abzielt, dem Dienstgeber lückenlos alle Informationen über das Verhalten der MitarbeiterInnen am PC zu geben.

Alle 30 Sekunden

Laut Eigenwerbung geht dies soweit, dass durch Screenmonitoring alle 30 Sekunden dem Dienstgeber sämtliche Bildschirminformationen (welche Anwendungen laufen, welche E-Mails werden verschickt oder empfangen, wo wird gerade gesurft, an welchen Chats mit welchem Inhalt wird teilgenommen, bis hin welcher Text wird gerade geschrieben) übermittelt werden.

"Einer der größten Datenschutzskandale in Österreich"

Sollten diese Berichte der Wahrheit entsprechen, orten die beiden SP-Politiker Johann Maier und Albrecht Konecny, "einen der größten Datenschutzskandale in Österreich" und fordern den Bundeskanzler auf, "bekanntzugeben, ob die Berichte den Tatsachen entsprechen".

Maier wird daher die Einberufung einer Sondersitzung des Datenschutzrates verlangen und Konecny hat eine parlamentarische Serienanfrage an alle Regierungsmitglieder eingebracht, in welcher detailiert Auskunft von diesen verlangt wird.

Nicht im Einsatz

Das Bundeskanzleramt verlautbarte am Dienstag, dass man "weder derzeit noch hatte es in der Vergangenheit Produkte der Firma Protectcom im Einsatz" hat und betont, dass man die Mitarbeiter nicht ausspioniert. (red)

Share if you care.